Parashat vaJigash   פָּרָשַׁת-וַיִּגַּשׁ

 

 

Parashat „VAJIGASH/trat“ ist der elfte Parasha/Abschnitt des Buches Genesis.

Die Parasha beginnt mit 1. Mose, Kapitel 44, Vers 18 und endet im Kapitel 47, Vers 27.

Der Name der Parasha stammt aus dem ersten Vers und Wort: Da trat Juda zu ihm und sprach: Mein Herr, lass deinen Knecht ein Wort reden vor den Ohren meines Herrn, und dein Zorn entbrenne nicht über deinen Knecht, denn du bist wie der Pharao.“

Die Parasha beschreibt weiterhin die Tragödie von Josephs Ereignissen und endet tatsächlich mit Josephs Geschichte. Die nächste Parasha, VaJechi, handelt vom Ende von Jakobs Leben.

 

Zweiundzwanzig Jahre nach dem historischen Streit wird die brüderliche Loyalität erneut auf die Probe gestellt: Joseph, der Herrscher Ägyptens, will Benjamin in die Sklaverei bringen. Aber diesmal beschützen ihn die Brüder und lehnen jegliche Versuchung ab.

„Nun, wenn ich heimkäme zu deinem Knecht, meinem Vater, und der Knabe wäre nicht mit uns, an dem er mit ganzer Seele hängt, 31 so wird's geschehen, dass er stirbt, wenn er sieht, dass der Knabe nicht da ist. So würden wir, deine Knechte, die grauen Haare deines Knechtes, unseres Vaters, mit Herzeleid hinunter in die Grube bringen. 32 Denn ich, dein Knecht, bin Bürge geworden für den Knaben vor meinem Vater und sprach: Bringe ich ihn dir nicht wieder, so will ich mein Leben lang die Schuld tragen.“

 

Yehuda geht zu Joseph und fordert ihn auf, anstelle seines Bruders Benjamin ihn als Sklaven zu nehmen. Er erzählt die Geschichte - wie er versprochen hat, Benjamin gesund zu halten, und wie er seinem Vater persönlich versprochen hat, ihn sicher zurückzugeben. Er sagt ihm, dass Benjamin der einzige Sohn von der Jakob von Rachel übrig geblieben ist (der Ältere ist verschollen) und dass Jakob den Verlust dieses zweite Sohnes nicht ertragen wird. Er bittet Joseph Benjamin nicht leidtun und sich ihn zu erbarmen.

 

Als Joseph ihn hört konnte er sich nicht mehr zurückhalten und bei der herzzerreissenden Geschichte bricht er in Tränen aus. Er bittet alle seine Berater und Leute den Raum zu verlassen und bleibt mit seinem Bruder allein. Joseph offenbart seinem Bruder, dass er derselbe Joseph ist, der sie ihn in die Grube geworfen haben. Ihren verkauften Bruder in einer so wichtigen Position zu treffen erschreckt sie so sehr, dass sie ihm nicht antworten konnten. Joseph weinte so laut, dass all Ägypter bis zum Haus des Pharao die Nachricht hörten.

 

Joseph fragt sie: "Lebt mein Vater noch?"
Er erzählt ihnen, dass er nicht von einem Tier gefressen wurde und dass er am Leben blieb und sogar im Haus des Königs eine herausragende Stellung erlangte.

Joseph beruhigt sie und erklärt, dass es ein göttlicher Plan sei, nach Ägypten hinunterzufahren, um sie vor dem Welthunger zu retten. Er bittet sie, in das Land Kanaan zurückzukehren und ihr Vater Jakob samt Kinder, Hab Gut und Tiere mitzunehmen, um sich im Land Ägypten niederzulassen, wo Joseph sie während der schweren Hungersnot unterstützen wird.

„Eilt nun und zieht hinauf zu meinem Vater und sagt ihm: Das lässt dir Josef, dein Sohn, sagen: Gott hat mich zum Herrn über ganz Ägypten gesetzt; komm herab zu mir, säume nicht! 10 Du sollst im Lande Goschen wohnen und nahe bei mir sein, du und deine Kinder und deine Kindeskinder, dein Kleinvieh und Großvieh und alles, was du hast. 11 Ich will dich dort versorgen, denn es sind noch fünf Jahre Hungersnot, damit du nicht verarmst mit deinem Hause und allem, was du hast.“

 

Mit Ainweisung vom Pharao Herrscher von Ägypten gibt Joseph seinen Brüdern Karren und Geschenke für die Reise nach Kanaan. Er gibt ihnen sogar ein Zeichen, dass Jakob wusste, dass Joseph, sein geliebter Sohn, tatsächlich noch lebt.

Jakob, seine Söhne und seine ganze Familie reisten nach Ägypten. Unterwegs in Beer Sheva brachte Jakob Schlachtopfer dem Gott seines Vaters Isaak den Schöpfer der Welt dar. In der Nacht wird G'tt ihm offenbart und sagt zu ihm: "Jakob, Jakob! Er sprach: Hier bin ich. 3 Und er sprach: Ich bin Gott, der Gott deines Vaters; fürchte dich nicht, nach Ägypten hinabzuziehen; denn daselbst will ich dich zum grossen Volk machen. 4 Ich will mit dir hinab nach Ägypten ziehen und will dich auch wieder heraufführen, und Josef soll dir mit seinen Händen die Augen zudrücken.“

 

Als sie nach Ägypten kommen, schickt Joseph einige seiner Brüder, um sich mit dem Pharao zu treffen. Sie sagen ihm, dass sie Hirten sind - ein verhasster Beruf in Ägypten, wo Schafe und Rinder als Götzen gelten - und er gibt ihnen das Land Gosen, um sich dort niederzulassen. Dort trifft sich Jakob mit dem Pharao und begrüsst/segnet ihn.

 

In Ägypten wächst die Hungernot.
Die hungrigen Ägypter kaufen Lebensmittel bei Joseph. Anfangs zahlen sie mit Geld, als es ausgeht benutzen sie Bestien, Pferde und Esel als Zahlungsmittel und zuletzt als es auch nicht mehr zu verkaufen gab, haben sie sich dem Pharao als Sklaven verkauft. Joseph setzt sie in verschiedene Städte und gibt ihnen Samen, um das Land zu säen. Joseph sagt ihnen: "Sie können vier Teile des Getreides für sich selbst nehmen, während ein Fünftel des Getreides dem Pharao gegeben wird".

Diese Vereinbarung gilt für alle Ägypter mit Ausnahme der ägyptischen Priester, die kostenloses Brot aus dem Haus des Königs erhielten. „So machte es Josef zum Gesetz bis auf diesen Tag, den Fünften vom Feld der Ägypter dem Pharao zu geben; ausgenommen blieb das Feld der Priester, das wurde nicht dem Pharao zu eigen.“

Die Israeliten lassen sich im Land Gosen nieder und wuchsen und vermehrten sich sehr.

 

 

Das Licht in der Dunkelheit

Oft genau dann wenn die Dinge für uns sehr trostlos und schwierig aussehen - kehrt sich alles zum Besseren um. Die dunkelsten Minuten der Nacht kommen kurz bevor die Sonne erscheint und den Himmel aufhellt. "Immer die dunkelste Zeit stehe vor der Morgendämmerung."

Im Morgengebet sagen wir:
"Quelle aller Fülle bis du, Ewiger, unser Gott, Dein zugegen sein umfasst das gesamte Universum! Der das Licht gestaltet und die Finsternis erschafft, der Frieden stiftet und alles erschafft.“   

Es ist für uns alle verständlich, warum wir Gott dafür danken sollten, dass er das Licht für uns gestaltet hat. Aber warum wird hier die Dunkelheit erwähnt?

 

Das Judentum behauptet, dass die Dunkelheit keine Negative Sache ist.
Im Gegenteil, es ist ein wesentlicher Schritt im Prozess, welcher das Licht in Erscheinung bringt. Es ist unsere eingeschränkte Perspektive, welche uns die Dunkelheit als eine negative Sache sehen lässt.

 

Ein im Boden gepflanzter Samen steht in völliger Dunkelheit an einem kalten und feuchten Ort. Als nächstes beginnt der Kern sogar zu faulen. Für diejenigen, die von der Seite schauen, sieht es aus wie ein Prozess des Todes, aber siehe so wie der Kern völlig verrottet war, geschieht etwas Wundervolles - er keimt ein wenig aus sich heraus und beginnt einen neues Leben.

 

Auf gleiche Art geschieht es den meisten Menschen bei ihren Karrieren und Beziehungen
Die Chancen, dass der Prozess bis man dort ankam wo man zuletzt steht, völlig „reibungslos“ geschieht, ist sehr klein und mit grosser Wahrscheinlichkeit nie passiert.
Im Allgemeinen erlebt man gerade nach den schwierigsten Zeiten ein deutliches und stärkeres Wachstum, mehr als in Zeiten, in denen alles reibungslos verlief. "Es ist immer am dunkelsten vor der Morgendämmerung." Es ist Immer am härtesten und schmerzhaftesten kurze Zeit vor der Erscheinung der Erlösung. Aus der Dunkelheit kommt das grosse Licht.

 

Symptome der Erlösung

Wenn eine Person, welche an einer extrem schweren Krankheit leidet und das geeignete Medikament einnimmt, kurz bevor seine Krankheit aus dem Körper verschwindet, schweben über seine Haut Symptome mit Wunden und Narben, die ihn noch kranker aussehen lassen als er ist. Tatsächlich handelt es sich jedoch nur um äussere Wunden, die auf einen tiefen und inneren Heilungsprozess hinweisen, welche diese Person durchläuft.

Unser Leben ähnelt diesem Heilungsprozess. Laut der Gemara wird die Welt mit der Zeit der Erlösung grosse innere Aufruhr erleiden: Es wird sehr schwere wirtschaftliche Probleme geben, es wird einen erheblichen sozialen Aufstand geben, die ganze Welt wird breite und umfassende Verzweiflung erleben. Der Höhepunkt des Prozesses wird sich in einem Weltkrieg von enormen Ausmassen manifestieren, der von König "Gog" aus dem "Magog" -Land angeführt wird.

 

Nachdem all dies geschehen ist, wird der Masiah/Erlöser in die Welt kommen und die vollständige Erlösung verkünden.
(Halachische Könige von Maimonides, Kapitel 11-12).

Er wird die ganze Menschheit dazu bringen, Gottes Wegen einträchtig zusammen zu folgen, den Tempel wieder für alle Nationen gemeinsam aufzubauen, die Nationen werden Israel und Gottesführung anerkennen und den Rest der Juden aus der weltweit verstreuten Diaspora mit der Unterstützung der Nationen in Israel sammeln und das Sanhedrin wiederaufzubauen

 

Mut fassen, an Hashem Glauben und nicht verzweifeln

Wenn die Zeiten von Wellen des Hasses und des Antisemitismus, von der schwierigen wirtschaftlichen Lage und die Wellen der Angriffe kommen werden, in solchen schwierigen Zeiten verzweifele Nicht! So wie die Worte "Ich bin Joseph, lebt mein Vater noch?" die Schwierigkeiten, die diesem Moment vorausgingen, zu vernachlässigbaren Ausmassen in den Schatten stellten, so wird uns zuletzt am Ende der Tage auch alles unter klares Licht seinen lassen!

Und das ist das Geheimnis:
Wenn wir diese besondere Gottesführung erkennen und in der Lage sind, mit der Realität umzugehen, dann versichert uns die Tora, dass die Erlösung schneller und mit viel weniger Angst und Leid kommen wird. Nur wenn wir darauf bestehen, unserem Glauben treu zu bleiben, haben wir eine gute Chance, unter denen zu sein, die die Qualen und Nöte überleben, die vor uns liegen.

 

Sabbat shalom umvorach!

Gesegneter Sabbat, Brüderlichkeit einträchtig beieinander wohnen wie im Psalm 133:
 

Segen der brüderlichen Eintracht
Siehe, wie fein und lieblich ist's, wenn Brüder einträchtig beieinander wohnen! 2 Es ist wie das feine Salböl auf dem Haupte Aarons, / das herabfliesst in seinen Bart, das herabfließt zum Saum seines Kleides, 3 wie der Tau, der vom Hermon herabfällt auf die Berge Zions! Denn dort verheisst der HERR Segen und Leben bis in Ewigkeit.“ AMEN!

 

 

Haben Sie es genossen, schicken Sie die Parsha dieser Woche an Ihre Freunde und Bekannten weiter.

Frohes Neues Jahr!

Tamara Güller

 

 

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