Parashat vaJechi   פָּרָשַׁת-וַיְחִי

 

Parashat „VAJechi/Lebte“ ist der zwölfte und letzte Parasha/Abschnitt des Buches Genesis.
Die Parasha beginnt mit 1. Mose, Kapitel 47, Vers 28 und endet im Kapitel 50, Vers 31.
Der Name der Parasha stammt aus dem ersten Vers und Wort: „Und Jakob lebte siebzehn Jahre in Ägyptenland, dass sein ganzes Alter wurde hundertsiebenundvierzig Jahre.“

Die Parasha/wöchentliche Abschnitt handelt von den letzten Tagen von Jakobs Leben in Ägypten und dem Tod Jakobs. Am Ende der Parasha/Abschnitt wird von Josephs Tod berichtet.

 

Am Shabbat Parashat VaJechi endet die Tora-Lesung des Buches Genesis. Die meisten lasen die wöchentliche Parasha sofort nach dem zehnten Tevet/-Monats Name wie Januar nach dem jüdischen Kalender*.

Zehnter Tevet ist einer der vier jüdischen Taanit/Fastentage zur Erinnerung an die Zerstörung des 1. Tempels. Dieser Tag begann mit dem Datum 588 v. Chr., Als die Belagerung von Nebukadnezar, dem König von Babylon, in Jerusalem begann. Nach der Bibelbeschreibung begann die Belagerung von Jerusalem am zehnten Tevet, dem neunten Jahr vom König Zedekia.

Seit 1950 widmet sich dieser Tag, welcher den heutigen Staat Israel gekennzeichnet hat, auch der Erinnerung an Holocaust-Opfer, deren Todesdatum nicht bekannt ist.

*Der Monat Tevet ist der vierte Monat des heutigen jüdischen Kalenders. In der Bibel wird er als zehnter Monat bezeichnet. Es gibt zwei Arten den Jüdischen Kalender zu zählen, des heutigen beginnend entweder an Rosch HaSchana im Herbst ab Monat Tischre dem Neujahr und Feier der Geburt Adams, oder in der Bibel dem Auszug von Ägypten im Frühling ab Monat Nisan.  

 

Jakobs letzter Wunsch

Parashat Vayachi- beendet das Buch Genesis und beschreibt das Ende des Lebens Jakobs und seines Sohnes Joseph. Jakobs Lebensjahre: Einhundertsiebenundvierzig. Von diesen verbrachte er seine letzten siebzehn Jahre im Land Ägypten neben seinem verlorenen und geliebten Sohn Joseph. Vor seinem Tod befürchtet Jakob, dass das götzendienerische Ägypten sein Grab in einen Ort der Anbetung verwandeln wird und er bringt Joseph dazu, seinen Sarg zur Beerdigung im Land Kanaan im Familien Grab in Hebron zu bestatten. Joseph schwor, dies zu tun.

 

Jakobs Segen über Ephraim und Manasse

Jakob wird krank und Joseph kommt geeilt, um seinen kranken Vater zu besuchen und bringt seine beiden Söhne Ephraim und Menashe mit, um Jacobs Segen vor seinem Tod zu erhalten. Als der alte und kranke Jakob erfuhr, dass Joseph ihn besucht hatte, wurde er stärker, setzte sich aufs Bett und erzählte seinem Sohn die Geschichte seines Lebens. Zum ersten Mal seit ihres Todes erwähnt Jakob ihren Namen, den von Josephs Mutter und seiner geliebten Frau Rachel.

 

Jakob begrüsst Joseph und seine Enkelkinder. Jakobs Geschichte mischt sich mit der Geschichte seiner Enkelkinder. "Ephraim und Manasse sollen für mich sein wie Ruben und Simeon“ sagt er.

Es ist kein einfacher Segen für zwei von Jakobs Dutzenden von Enkeln und Urenkel, es gibt hier eine grundlegende Aussage: die beiden Söhne Josephs, die im Land Ägypten geboren wurden, Ephraim und Menashe gehören mir wie Ruben und Schimon.

Das heisst, Jakob erklärt gegenüber den Generationen, dass Ephraim und Menashe nicht den Status von Enkelkindern haben, sondern den Status von Söhnen. Und der auffälligste Ausdruck dafür ist, dass sie als zwei Stämme Erbschaften erhalten. Und es scheint ein Ausdruck der Tatsache zu sein, dass es hier zwei Enkel gibt, deren spiritueller Wert, spirituelle Stärke und einzigartiger Beitrag der Macht der Stämme, der Söhne Jakobs, entspricht.

Joseph bringt seine Söhne vor Jakob, der sie segnet. Menashe ist der ältere und Ephraim ist der jüngere von den beiden Josephs Söhne. Jacob legte seine rechte Hand auf Ephraims Kopf und seine linke Hand auf Menashes Kopf. Joseph befürchtet, dass sein alter Vater wegen seinem hohen Alter nicht mehr sieht und deshalb die Brüder verwechselt hat versucht den Fehler zu beheben und legt die rechte Hand seines Vaters auf den älteren Menashe. Jakob, der fast nicht mehr sieht (wie sein Vater Isaak vor ihm), besteht darauf, er macht Joseph klar, dass er dies mit Absicht getan hat. Menashe wird auch wachsen und ein Volk werden, aber der junge Ephraim wird noch mehr wachsen und noch grösser sein als sein älterer Bruder.

 

Jakobs Segen

Jakob rief seine Söhne und sprach zu ihnen: Sammelt euch alle in einem! Ich möchte euch sagen, was euch am Ende der Tage treffen wird. Haltet zusammen und hört Söhne Jakobs. (1. Mose 49, 1-2)

Achrit haJamim/Ende der Tage kommt erst wenn die Nachkommen Israel/Jakob genannt Bne-Israel, sich sammeln und sich verwirklicht haben. „Haltet zusammen und hört“ diese beiden Worte des sterbenden Vaters tragen die ganze jüdische Geschichte bis zum Ende der Tage.
Jakob erklärt ihnen, dass in der materiellen/physischen Welt sind die Söhne Israels (Volk Israel) eine machtlose Minorität. Sie sollen zusammen halten, aufeinander wachen, da in der Eintracht ihre Stärke liegt.
Hört Söhne Jakob, den nur durch eins kann die materielle schwächste Minderzahl der stärksten Majorität den Sieg abgewinnen Sie sollen ein Ohr für den Geist, den Sinn für das Geistige haben.
Dies ist das Testament/Überlieferungen was der Vater Jakob mit seinem Segen ihnen hinterlässt.

An den Tag wo das ganze israelische Volk vereint nach Gott rufen wird, werden alle Nationen die ganze Welt von Gott geführt werden: „An diesem Tage wird Gott der Eine sein und seine Name eins“. (Secharja 14,9)

 

Einer nach dem anderen ruft Jakob alle seine Söhne an und segnet sie. Er prüft ihre Handlungen und vermerkt ihre geistigen Züge. Diese Segensworte werden sich als eine Prophezeiung erweisen, die die Zukunft vorausgesehen hat.

Jakobs Segen ist symbolisch: Er wählt ein Tier oder einen Gegenstand, dessen Eigenschaften denen des gesegneten Sohnes ähnlich sind. Judas ist ein Anführer, wie der Löwe die Tiere führt. Issachar ist es gewohnt, dass ein Esel schwere Lasten trägt, wenn er arbeiten muss, und wenn er keine Arbeit hat, ruht er sich aus und faulenzt gern auf dem Boden.

Shimon und Levi hören von ihrem Vater schwierige Dinge. Shimon und Levi waren diejenigen, welche die Bewohner von Sichem wegen ihrer Schwester "Deina" töteten und sogar versuchten, Joseph zu töten.

Reuben, der Älteste, bekommt auch eine kalte Dusche von seinem Vater. Er verliert sein Erstgebornen Recht und wird aufgrund seines Verhaltens kein Anführer sein.

Joseph ist gesegnet mit Reichtum und Führung.

Juda ein Löwe regiert, ein Anführer dessen Nachkommen Könige Israels waren, bis der König der Erlöser kommt.

Zebulun-Stamm wird am Strand leben und Handel treiben.

Issachars Söhne werden mit der Tora beschäftigt sein;

Aus Dan Stamm wird der Richter Samson kommen, der das jüdische Volk befreien wird.

Gad-Stamm wird Pionier und wird auf die ersten Linien in den israelischen Kriegen bei der Oberrung Kanaan stehen.

Asher Stamm wird mit feinen Oliven und Öl gesegnet werden;

Das Gebiet, in dem ein Naftali-Stamm leben wird, wird mit Früchten gesegnet, die schnell reifen.

Joseph erhält viele Segen und beschreibt die Qual, die sein Teil war.

Und der jüngste Sohn Benjamin erhält Gleichnis mit einem Wolf und von seinen Nachkommen werden Anführer kommen welche den Staat Israel in schwierigen Zeiten retten werden.

 

Jakobs Tod

Nach dem Segen befiehlt Jakob ihnen, ihn in der Höhle auf dem Acker Efrons in Hebron zu begraben - wo seine Vorfahren, Mütter und Frau Leah begraben wurden.

Am Ende seines Segens starb Jakob, und Joseph und sein Bruder erfüllten Jakobs Bitte und begruben ihn im Familien Höhlengrab in Hebron.

Joseph weint und küsst seinen Vater; Nachdem er Jakobs Körper mumifiziert hat, bittet Joseph den Pharao um Erlaubnis, nach Kanaan auszuwandern und seinen Vater zu begraben. Der Pharao gewährt die lang erwartete Bitte.

In einer feierlichen Zeremonie ziehen die Brüder mit allen Pharaonen-Sklaven und den Ältesten des Landes Ägypten los, um Jakob zu begraben. Die Könige von Kanaan und den umliegenden Nationen beteiligen sich ebenfalls an der Beerdigung und der schweren Trauer.

 

Josefs Edelmut und sein Tod

Als Joseph nach Ägypten zurückkehrt, befürchten seiner Brüder, weil sie ihn in Sklaverei verkauft haben, wird sich Joseph nach dem Tod seines Vaters dafür rächen wird. Sie bitten Joseph in Namen ihres Vaters Jakob ihnen zu vergeben.

Joseph antwortet ihnen: „Fürchtet euch nicht! Stehe ich denn an Gottes statt?" Er erklärt ihnen, dass die Tatsache, dass er verkauft wurde, von Gott war, so dass er seine Brüder während der Hungersnot unterstützen konnte.

Bevor er starb, befahl Joseph seinem Bruder, als Gott in der Zukunft ihrer Nachkommen erlöse und sie Ägypten verliessen, seine Gebeine mitnehmen würden. Als das Volk Israel ausgezogen war, hat jeder Stamm die Gebeine seiner Stammältesten mitgenommen und erst als sie in Israel niederlassen haben sie Jeder in seinem Stammteil begraben.
(Heute sind viele von den Gräbern bei arabischen Dörfern. Die Familien dort sagen, dass die Gräber ihnen viel Segen bringen)

 

Joseph starb im Alter von einhundertzehn Jahren.

 

 

Segen der Väter Abraham Isak und Jakob

In vielen Gemeinden ist es üblich, seine Kinder, und zwar jedes einzelne Kind, am Freitagabend vor dem Sabbat Essen zu segnen. Traditionell wird der Priestersegen gesprochen, gefolgt von Jakobs Segen, den er seinen Engelkindern Efrajim und Menasche, Josefs Söhne, kurz vor seinem Tod gegeben hat. Für Mädchen wird der letzte Teil des Segens angepasst:

„Der Ewige sprach zu Mosche: Sprich zu Aaron und seinen Söhnen: So sollst du die Kinder Israel segnen, sprich zu ihnen: ‚Der Ewige segne und behüte dich. Der Ewige lasse dir Sein Angesicht leuchten und sei dir gnädig. Der Ewige wende dir Sein Angesicht zu und gebe dir Frieden.’ Sie sollen Meinen Namen über den Kindern Israels zuteil werden lassen, und ich werde sie segnen.“

[Für einen Sohn:] G-tt lasse dich werden wie Efrajim und Menasche.

[Für eine Tochter:] G-tt lasse dich werden wie Sara, Riwka, Rachel und Lea.

 

 

Warum hat der Segen von den drei Vätern Abraham, Isaak und Jakob solche Wichtigkeit?

Und warum wurden Ephraim und Menashe bewusst ausgewählt, um in den wichtigen und traditionellen Segen der Drei Väter einbezogen zu werden?

 

Der Segen der Väter beinhaltet das Vermächtnis der Tora. Darin sind Gottes Ziele für die ganze Menschheit und den Weg dorthin beschrieben. Dieses Vermächtnis ist sehr gross und braucht sehr grosse Hingabe dies zu studieren und danach zu leben. Sie verpflichtet alle Generationen die danach kommen werden, dies zu lernen, bewahren und praktizieren. 

 

Abraham gab seinen Segen an Isak. Isak gab seinen Segen an Jakob weiter. Jakob gab seinen Segen an all seine Kinder weiter.

Ephraim und Menashe waren die ersten Brüder in der jüdischen Welt, ohne Feindseligkeiten oder Rivalitäten zwischen ihnen.

Abrahams zwei Söhne - Yitzhak und Ishmael - konnten bis heute nicht miteinander auskommen, da die Streitigkeiten zwischen ihnen die Grundlage für den israelisch-arabischen Konflikt bildeten.

In der nächsten Generation hatten Isaaks zwei Söhne - Jakob und Esau - solch erbitterte Argumente in dem Esau auf fast jede erdenkliche Weise versuchte Jakob und seine Nachkommen zu töten und das jüdische Volk zu verfolgen.

Auch in der nächsten Generation verkauften Jakobs Söhne ihren Brüder Joseph an die Ismaeliten, der ihn in die Sklaverei im Land Ägypten überführten.

 

Durch den Austausch der Hände wollte Jakob darauf hinweisen, dass es zwischen den beiden Brüdern keine Rivalität oder Streitigkeiten gab.

Ephraim und Menashe stellen eine ideale Beziehung dar, die dieses Kontinuum unterbricht. Diese Tatsache erklärt uns auch, warum Jakob seine beiden Hände austauscht, wenn er Ephraim (den jüngsten der beiden Brüder) vor Menashe segnet. Mit dieser Ersetzung wollte Jakob darauf hinweisen, dass es zwischen den beiden Brüdern eine gute Beziehung gibt, wie es sein sollte.

Die Eltern, die bis heute ihre Söhne und Töchter am Samstagabend segnen, gedenken im Wesentlichen Jakobs Absicht. Weil es auf der Welt keinen grösseren Segen gibt als den Frieden zwischen den Brüdern. In der Tat ist Bereitschaft das Wort von König David im Buch der Psalmen: "Siehe, wie fein und lieblich ist's, wenn Brüder einträchtig beieinander wohnen!“

Sabbat shalom umvorach!

Gesengter Sabbat, Brüderlichkeit einträchtig beieinander wohnen, ein Zusammenkommen aller Nachkommen Abrahams, der Frieden und Freiheit zwischen allen Menschen der Welt bringen wird, wie im Psalm 133 beschrieben:

Segen der brüderlichen Eintracht
„Siehe, wie fein und lieblich ist's, wenn Brüder einträchtig beieinander wohnen! 2 Es ist wie das feine Salböl auf dem Haupte Aarons, / das herabfliesst in seinen Bart, das herabfliesst zum Saum seines Kleides, 3 wie der Tau, der vom Hermon herabfällt auf die Berge Zions! Denn dort verheisst der HERR Segen und Leben bis in Ewigkeit.“ AMEN!

 

 

Haben Sie es genossen, schicken Sie die Parsha dieser Woche an Ihre Freunde und Bekannten weiter.

Tamara Güller

 

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