Anhang B:

Über die Qualität der Rohstoffe und die Gewinnung der Extrakte

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Anhang B:

Über die Qualität der Rohstoffe und die Gewinnung der Extrakte

Allgemein

In entfernter Vergangenheit gewannen Ärzte und Heilpraktiker ihre Erzeugnisse aus Pflanzen, die sie selber anbauten oder sammelten, oder sie wussten zumindest, ueber deren Ursprung, Erntezeitpunkt und Aufbewahrungsweise Bescheid. Jene Ärzte haben keine “unidentifizierten” Pflanzen in Hinsicht auf deren Eigenschaften verwendet.  Sie waren sich sehr bewusst darüber, dass Pflanzen der selben Art auf verschiedene Weise wirken können aufgrund der Unterschiede in der chemischen Zusammensetzung verschiedener Teile der selben Art.

Heute, mit der Naturtrend-Welle hat sich ein weltweiter Handel von Heilpflanzen und deren Extrakten entwickelt. Die Stoffe machen ihren Weg um die Welt, werden auf unterschiedliche Weise gelagert und werden chemisch gegen Insekten und Pilz behandelt. Aufgrund des harten Wettbewerbs und dem Bedürfnis, hauptsächlich in Werbung - und nicht in den Produktinhalt - zu investieren, ist darüberhinaus die Kostensenkung der Rohstoffe zu einem der Grundpfeiler der “Produktverbesserung” geworden. Die Herkunft der Pflanzen wird vom Marktpreis abhängig gemacht, wobei die Pflanzen je nach Katalogblatt bestellt werden, ohne dass diese auf ihre Wirksamkeit und Eigenschaft hin geprüft werden. Demnach ist es kein Wunder, dass die meisten natürlichen Produkte als “Hilfsstoffe” definiert werden und nicht als tatsächliche Lösung.

Somit ist es von großer Wichtigkeit, die verwendeten Pflanzen selber anzubauen und zu beaufsichtigen. Ist diese Möglichkeit nicht gegeben (bei Pflanzen, die nur in einem anderen Klima wachsen), ist es angemessen, mit Gärtnern vor Ort zusammen zu arbeiten mit denen man direkt in Kontakt steht.

Wenn möglich, ist es vorzuziehen, ätherisches Öl und verschiedene Auszüge selbst herzustellen.

Die Herstellungsabläufe enthalten: Gewinnung ätherischer Öle, Kräutermischungen in Öl und in Wasser​ / Alkohol. In allen erwähnten Fällen wird eine um vieles höhere Qualität erziehlt, wenn die Auszüge aus frischen Pflanzen und in relativ kleinen Gefäßen gewonnen werden, die die Möglichkeit der Vermischung mit Sauerstoff  mit den Stoffen während der Extraktion verhindern.

Kräutermischung in Öl

Die Extraktion von Kräutern in Öl sollte so viel wie möglich angewendet werden. Diese Methode gilt als die älteste auf dem Gebiet der Extrakt-Gewinnung und deren langfristiger Aufbewahrung. Die Methode basiert auf einer Kräutermischung in Pflanzenöl (aus Olive, Traubenkernen, Palmen und mehr) bei einer Temparatur von ca. 60 Grad für ein paar Stunden. Man kann so eine Extraktion konzentrieren durch wiederholtes Extrahieren mit frischen Pflanzen. Dieser Prozess ist der Wirksamste um ölige Stoffe, einschließlich Duftstoffe, zum Schmelzen zu bringen, da die niedrige Temperatur die Vollständigkeit der Wirkstoffe bewahrt. Dazu lösen sich leicht auf diese Weise “schwere” Stoffe in geringer Konzentration, die entweder zerfallen oder in der Pflanze zurück bleiben, wenn man daraus ätherisches Öl gewinnt. Eine Rückkehr zu dieser antiken Mehtode (das isrälitisches Expertentum ist, wie Funde aus Ein-Bokek bezeugen), bei der ebenso eine Oxidation der Stoffe vermieden wird, verleiht den Produkten aus den Pflanzen der Judäischen Wüste eine besondere Wirksamkeit. Aufgrund der hohen Wirkungskraft dieser Auszüge wird darüberhinaus die Verwendung winziger Mengen an Pflanzen möglich und werden auch die für den langfristigen, auf ätherischen Ölen allein basierenden Gebrauch bekannten Nebenwirkungen unterbunden. Die hohe Qualität des verwendeten ätherischen Öls ermöglicht sogar eine Verringerung der für die Behandlung benötigten Menge, verringert ebenso die Nebenwirkungen sowie das Gewöhnungsproblem des Körpers an die Stoffe, wobei deren Wirkung bei längerer Anwendung abnimmt.

 Was sind ätherische Öle?

Die von den Pflanzen erzeugten Duftstoffe sind normalerweise nicht wasserlöslich. Diese Eigenschaft ermöglicht deren Freigabe durch die Pflanze ohne Wasserverlust. Diese Stoffe befinden sich in besonderen Drüsen, die sich auf den Oberflächen der Blätter befinden (bei Lippenblütlern wie Minze, Thymian, Ysop, Melisse) oder in den pflanzlichen Geweben (bei Zypresse, Orange, Myrte u.ä.). Auf jeden Fall sind diese Stoffe von den überigen Teilen der Pflanze isoliert. Die von den Pflanzen erzeugte duftende Mischung enthält mehrere verschiendene Stoffe wenn nicht gar Hunderte (Eukalyptusöl enthält mehr als 150 verschiedene Bestandteile!), zum Teil in einer derart winzigen Menge, dass diese schwer mit labortechnischen Geräten zu identifizieren sind.

Die Gewinnung der aromatischen Mischung kann auf verschiedene Weisen erfolgen:

Pressung: Die beste Methode, da  dadurch das Maximum der Aromastoffe gewonnen werden kann, weshalb sie bei der Ölgewinnung aus Zitrusfrüchten angewendet wird, jedoch nicht bei anderen Pflanzen.

Extraktion: Eintauchen der Pflanzen in Öl, wie zuvor beschrieben.

Destillierung in Dämpfen: Übertragung eines Dampfstromes der die aromatischen Stoffe mit sich trägt. Nach der Abkühlung der Dämpfe trennen sich die Aromastoffe ab da sie nicht wasserlöslich sind. Der Stoff der mit dieser Methode gewonnen wird heißt “ätherisches Öl”. Die Methode ist sehr wirksam, hat jedoch ein paar Beschränkungen: Die Dämpfe können nicht alle Stoffe “tragen”. Die schweren Stoffe (wie z.B. Die Coumarine), mit ihren ausdrücklichen Heileigenschaften, verdampfen nach langer Zeit oder bleiben gar in der Pflanze zurück. Die anhaltende Erhitzung auf 100 Grad in Kombination mit Dämpfen zersetzt einen Teil der Aromastoffe (oxidiert sie hauptsächlich). Aus diesen Gründen bevorzugen wir soweit es geht, die Aromastoffe mithilfe der Extraktionsmethode zu gewinnen und die ätherischen Öle auf eine besondere Weise, die ihre maximale Wirkungskraft bewahrt.

Erzeugung ätherischer Öle zu medizinischen Zwecken gegenüber der Erzeugung für Duft und Kosmetika

Der Gewinnungsprozess ätherischer Öle ist viele Male verbessert worden, jedoch waren seine Ursprünge schon in der Antike bekannt, z. B. zur Einbalsamierung der Leichen im pharaonischen Ägypten oder in der indischen Medizin. Die Gewinnung von Ölen aus Pflanzen war auch im antiken Isräl ein entwickelter Zweig und enthielt die Erzeugung von Öl aus der Kakifrucht (Persimon), die im ganzen Mittelmeerraum bekannt war.

Heutzutage werden die ätherischen Öle hauptsächlich mittels grober, industrieller Prozesse erzeugt, die auf den Kosmetika- und Parfümmarkt abgestimmt sind. Neben dieser industriellen Gewinnung, ist die Tradition der Ölgewinnung auf eingeschränkte Weise mit hoher (medizinischer) Qualität erhalten geblieben, die zu therapeutischer Verwendung gedacht ist.

Es besteht ein bedeutender Unterschied zwischen diesen beiden Seite 60 von 64Kosmetische Qualität Medizinische Qualität:

Pflanzen: landwirtschaftlich angebaute Wildpflanzen (erster Wahl), und gespritzte Gewächse frei von Pestiziden

Herstellungsprozess:

Destillation: schnell (ca. 30 min.) langsam (bis zu 14 Stunden)

Temperatur und Dampfdruck: hoch niedrig

Verwendung von Lösemitteln um die gewonnene Menge zu erhöhen: Ja Nein

Verwendung von Antioxidantien: Ja Nein

Qualität des ätherischen Öls: Enthält nur die hauptsächlichen Enthält die meisten Stoffe Bestandteile (unter Hundert), der Pflanze (einige Hunderte); die Duft spenden. Die meisten die langsame Destillation be- pflanzlichen Stoffe zerfallen bei wahrt die Struktur der Stoffe der Destillation. Das Aroma wird keine chemischen Stoffe oder unter Zugabe chemischer, ver - Mischungen anderer Öle dampfender Stoffe, oder werden hinzugegeben erhöht oder durch zusätzliche ätherische Öle.

Somit ist es klar, dass die für die Kosmetikindustrie hergestellten Öle kostengünstiger sind.

Trotz ihres starken Duftes haben diese Öle lediglich eine begrenzte medizinische Wirkung und können sogar manchmal die Gesundheit des Konsumenten gefährden!

Nur die medizinische Qualität gewährleistet Heilkraft innerhalb vielen Anwendungen und ohne Nebenwirkungen. Heute können zum Teil gefälschte ätherische Öle in jedem Naturwarengeschäft unter der Definition “Nahrungsergänzungsmittel” erworben werden. Jedoch stellt deren hohe Konzentration und hohe biologische Wirkung hauptsächlich eine Gefahr bei nicht kontrolliertem Gebrauch dar.

 

Über die Giftigkeit der Aromastoffe

Die ätherischen Öle verleihen der Pflanze Schutz vor verschiedenen Schädlingen, Bakterien, Pilzen bis hin zu großen Fressern, Würmern, Insekten und sogar Säugetieren. Von daher ihre für uns bedeutsamen medizinischen Eigenschaften.

Es gibt zwei Wirkungsarten:

  • Wirkung gegen Bakterien und Pilze (in den meisten Pflanzen).
  • Wirkung gegen große Fresser, von der Abwährung des Angreifers bis hin zur Abwehr nach dem Verschlingen mittels Verdauungsstörungen (gezügelter Appetit, Erbrechen, Durchfall, u.ä.), Störungen des Nervensystems (motorische Beeinträchtigung, Senkung des Tonus, des Herzrhythmus und des Blutdrucks u.ä.), und Fruchtbarkeitsstörungen (Verhinderung des Eisprungs, Abtreibung , u.ä...).

Nicht zu vergessen ist, dass diese Stoffe in erster Linie als Giftstoffe dienen, da sie als Selbstabwehr der Pflanzen wirken.

Wir können von falschem Gebrauch ätherischer Öle Schäden davontragen, besonders wenn deren Konzentration sehr hoch ist: Ein Liter ätherisches Öl wird aus 100-1000 Kg Trockenstoff gewonnen. In anderen Worten: ein Teelöffel ätherisches Öl enthält Aromastoff aus 0.5 – 5 Kg Pflanze.

Ebenso dürfen reine ätherische Öle nur zur Behandlung verwendet werden, wenn dies beaufsichtigt und mit besonderer Vorsicht bei folgenden Fällen geschieht:

  • Schwangere (besonders bis Ende des dritten Monats): Eine falsche Anwendung kann der Entwicklung des Ungeborenen schaden oder gar abtreibend wirken.
  • Kleinkinder (bis zu 2 Jahren). Bis zu diesem Alter ist die Leber noch nicht fähig, auf wirksame Weise die Stoffe der ätherischen Öle zu neutralisieren.
  • Bestimmte Kranke, wie Gelbsuchtkranke oder Senioren, bei denen die Leberfunktion geschwächt ist.

 

Über die medizinische Wirkung der Aromastoffe

Gerade aufgrund ihrer Giftigkeit können Aromastoffe in folgenden Bereichen angewendet werden:

  • Antibiotika (gegen Pilze und Bakterien). Die Vielfalt an Wirkstoffen verhindert die Gewöhnung der Bakterien an die Stoffe.  Deshalb können Bakterien, im Gegensatz zu Antibiotika, bereits mit einer geringen Konzentration an Aromastoffen bekämpft werden.
  • Das Periphäre Nervensystem. Es können innere Prozesse wie Blutdruck, Muskeltonus, Funktion der Atemwege und des Verdauungssystems geregelt werden.
  • Eine indirekte Wirkung auf das Immunsystem. Die Aktivität (Wirksamkeit gegen Viren) kann erhöht oder verringert werden (Allergien und Asthma).
  • Wirkung auf die Geschlechtsorgane, besonders auf das Hormonsystem, das mit deren Funktion in Verbindung steht.

In allen diesen Fällen bewirkt die Zusammensetzung der ätherischen Öle einen Ausgleich in den Systemen und keine zeitweise und einmalige Wirkung auf das Problem.

Der Unterschied zwischen Pflanzenextrakten und ätherischen Ölen

Die aktiven Stoffe entstehen durch in den Pflanzen stattfindende, biologische Prozesse.

Daher unterscheiden sich deren Zusammensetzung und Qualität sehr, je nach Pflanzenart, Ort, Anbaubedingungen, Bodenart, Witterungsbedingungen und Jahreszeiten. Eine bergige Gegend verleiht dem gewonnenen Öl normalerweise eine höhere Qualität. Demzufolge unterscheiden sich die Ölzusammensetzungen je nach Entwicklungsstadium der Pflanze (Blüte, Samenreife, etc). Die Zusammensetzung ist sogar von der Tageszeit abhängig, an der die Ernte vollzogen wird.

Selbst wenn man sich diesen Unterschieden bewusst ist, haben ätherische Öle doch gute und weniger gute Jahre, wie Wein. Wie bereits erwähnt ist es wichtig, dass der Destillationsablauf der Öle unter äußerster Beaufsichtigung und Genauigkeit stattfindet.

Nur diese Bedingungen gewährleisten den Aufbau der ätherischen Öle und deren sichere, langfristige Verwendung.

Die Weitergabe dieses Wissens im Jahre 1995 wurde möglich, nachdem ein Ablauf der Einrichtung einer breitgefächerten Datenbank beendet wurde, die Wissen über die in der Judäischen Wüste wachsenden Pflanzen enthielt, über die Identifikation “interessanter” Einzelheiten und der Durchführung von Analysen der chemischen Zusammensetzung des Extraktes (ätherischen Öls), der in einigen Fällen immer noch nicht bekannt war. Diese Untersuchungen ermöglichten die Auswahl von Pflanzen, deren Giftigkeitsgrad am niedrigsten ist.

Ebenso wurde eine weitgehende Recherche über die Wirkung der Extrakte auf Bakterien und Pilze in Petrischalen unternommen (unter Zugabe von Wachstumshemmern, Abtötung u.ä.).

Die Prüfung der Zusammensetzung und der Vergleich mit ähnlichen Inhaltsstoffen mit bekannter Wirksamkeit ermöglichten mit großem Erfolg, zu einer Festlegung der Wirkung jener für die Verwendung ausgesuchter Pflanzen zu gelangen.

Die Wissenslieferanten in diesen Fällen sind auf diesem Gebiet tätige Wissenschaftler (Ärzte, Biochemiker, Botaniker, Apotheker).  Demhinzu besteht ein (relativ dünner) Unterbau der Ethnobotanik, d.h. Die Erforschung der traditionellen Verwendung dieser Pflanzen.

Allen diesen Wissensquellen haben wir eine Anzahl von Grundsätzen hinzugefügt, die uns ermöglichten oben ausgeführte Formeln zusammenzusetzen. Die Vollendung der Formeln enthielt die beaufsichtigte Anwendung innerhalb eines nahestehenden Kreises Freiwilliger, mit denen wir in enger Verbindung standen. Innerhalb einer zweiten Gruppe verringerten wir die Verwendung auf ein paar Heilpraktiker, die von Nahem die Wirksamkeit der Produkte  und die mit deren Verwendung verbundenen Nebenwirkungen beobachteten. Ein Teil der Nebenwirkungen wurde von den Heilpraktikern selber innerhalb diesen Zeitraumes entdeckt und daraufhin Seite 64 von 64haben diese das Wirkungsfeld der Produkte erweitern können.

 

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