Parashat Shlach פָּרָשַׁת-שְׁלַח 

 

Parashat „Schlach/Sende“ ist der vierte Parasha/Abschnitt von 4. Buch Mose. Die Parasha beginnt mit 4. Mose, Kapitel 13, Vers 1 und endet mit Kapitel 15, Vers 41.

 

Der Name der Parasha stammt aus dem Wort: „1 Und der HERR redete mit Mose und sprach: 2 Sende Männer aus, die das Land Kanaan erkunden, das ich den Israeliten geben will, aus jedem Stamm ihrer Väter je einen vornehmen Mann..“

 

Die Parascha beschreibt Ereignisse, welche sich im zweiten Jahr des Auszuges aus Ägypten ereigneten. Der zentrale Teil der Parascha ist eine Beschreibung der Sünde der Spione und ihre Folgen.

 

 

Die Erkundung des Landes Kanaan

Nach Gottes Gebot schickt Mose 12 Männer aus dem Land Kanaan (das Land Israel) zu erkunden, jeder Kundschafter von einen Stamm Israel. Mose gab ihnen genaue Angaben was sie erkunden sollen.

  • Sie sollen hinauf ins Südland und auf das Gebirge schauen wie das Land aussieht, ob die Bevölkerung darin gut oder schlecht ist, ob sie in Zeltdörfern oder festen Städten aufgebaut sind, ob der Boden fett oder mager sind, und ob da Wälder wachsen oder nicht.

Mose sagt ihnen sie sollen ohne Furcht und mutig auf den Weg machen und von den Früchten des Landes mit zu bringen.

 

Nach 40 Tagen der Kundschaft kehrten die Männer zurück, da es Zeit der ersten Weintrauben war, brachten sie aus den sieben Landesprodukte Israel, nur die Arten welche sie aus ihrer Wanderung und in Ägypten nicht kannten, wie Trauben, Granatapfel und Feigen mit.

Die sieben Landesprodukte Israel:
„ein Land mit Weizen, Gerste, Trauben, Feigen und Granatäpfeln….. in ein Land die Oliven und Honig“ (Der Honig steht für die Fruchtsüsse der Datteln.)

 

Die Leute erzählten, dass wahrlich Milch und Honig im Land fliessen, aber das Volk und die Städte im Land sind befestigt, sehr gross und stark und man kann sie nicht besiegen da sie zu stark sind. Kaleb meinte sie können sie mit Gottes Hilfe überwältigen und das Land einnehmen.

Aber die Männer sagten: „das Land wir gegangen sind, um es zu erkunden, frisst seine Bewohner, und alles Volk, das wir darin sahen, sind Leute von hohem Wuchs. Wir sahen dort auch Riesen, Anaks Söhne aus dem Geschlecht der Riesen, und wir waren in unsern Augen klein wie Heuschrecken und waren es auch in ihren Augen.“

 

Ein Gedanke von Leon Hargreaves, vom Englischen ins Deutsche übersetzt von Thomas Mäder:

In diesem speziellen Abschnitt von Moshe, der die zwölf Spione auf ihre Mission nach Kanaan vorbereitet, geht es um eine ganz besondere Anweisung. Warum sollte Moshe so besorgt darüber sein, ob es Bäume im Land gibt oder nicht? Man muss die Remez ** in diesem Vers finden. Worauf spielt Moshe hier an? Die Tora ist der ganze Plan oder bzw. Blueprint der Schöpfung. Jedes Wort ist eine Auslegung/Anordnung vom Anfang bis zum Ende jedes Aspekts und jeder Nuance, jedes einzelnen Ereignisses in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Der überwältigenden Mehrheit derjenigen, welche die Bibel lesen oder die Thora studieren, ist nicht bewusst, dass es eine verborgene Struktur und codierte Sprache unter dem Offensichtlichen und Äusseren gibt. Die Möglichkeiten innerhalb dieser codierten Struktur sind unendlich. Nur ein Unendliches und Allmächtiges Wesen hätte das zusammenfügen können.

Das hebräische Wort für Baum ist «etz» und besteht aus zwei Buchstaben aus dem hebräischen Alphabet: «ayin» und «tzaddik». Ayin bedeutet "Quelle/Auge" und tzaddik bedeutet "Gerechter". Was Moshe eigentlich in verschlüsselter Sprache sagt, ist: "Geh und schau, ob ein Gerechter im Land lebt."

Gott zerstörte Sodom und Gomorra nicht, während Lot dortblieb. Lot war durch seine Verbindung zu Abraham ein rechtschaffener Mensch/Tzaddik. Der Gerechte (Tzaddik) ist

"… wie ein Baum, gepflanzt an Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und dessen Laub nicht verwelkt; alles was er tut, gelingt ihm". (

"… wie ein Baum, der am Wasser gepflanzt ist und am Bach seine Wurzeln ausstreckt und sich nicht fürchtet, wenn die Hitze kommt. Sein Laub ist grün, im Jahr der Dürre ist er unbekümmert, und er hört nicht auf, Frucht zu tragen"

"Die Frucht des Gerechten ist ein Baum des Lebens, und der Weise gewinnt Menschen für sich" (Spr. 11,30).

Moshe verstand, dass, wenn ein Tzaddik im Land Kanaan lebte, dieser Gerechte ein Schutz für das kanaanitische Volk wäre. Die Sünden Kanaans waren so gross, dass das Gottes-Urteil gem. «Midda keneged Midda» (Mass für Mass) hätte verhängt werden müssen. Hätte es einen Tzaddik im Land gegeben, wäre das Gericht/ Urteil um des Tzaddik willen verzögert worden. Moshe musste 100% sicher sein, dass keine etz hachayim im Land Kanaan waren. 

** Die jüdische Hermeneutik stellt vier Ebenen der Auslegung der Schrift dar:

1) P'schat - Klare oder einfache Bedeutung eines Wortes oder Textes.

2) Remez - Anspielung / Hinweis auf etwas, das tiefer ist als der wörtliche Text.

3) Drasch – Kommentar

4) Sod - Geheime oder versteckte Bedeutung des Wortes/Textes.

Quelle: ~ Leon Hargreaves
(Ende der Übersetzung)

 

 

Streit über den Einzug ins Land

Der ganzen Versammlung der Gemeinde der Israeliten wurde von der Erzählung bange, sie schreien und weiten und wollten einen Hauptmann über sie setzen und wieder nach Ägypten ziehen, wo sie und ihre Familien im Kampf nicht sterben werden und für ihre Nahrung und Land nicht kämpfen müssen.

Mose und Aaron wurden traurig und betrübt. „Josua, der Sohn Nuns, und Kaleb, der Sohn Jefunnes, die auch das Land erkundet hatten, zerrissen ihre Kleider und sprachen zu der ganzen Gemeinde der Israeliten: Das Land, das wir durchzogen haben, um es zu erkunden, ist sehr gut. 8 Wenn der HERR uns gnädig ist, so wird er uns in dies Land bringen und es uns geben, ein Land, darin Milch und Honig fließt. 9 Fallt nur nicht ab vom HERRN und fürchtet euch vor dem Volk dieses Landes nicht, denn wir wollen sie fressen wie Brot. Es ist ihr Schutz von ihnen gewichen, der HERR aber ist mit uns.“

Das Volk hörte sie nicht und wollte sie sogar steinigen. Da erschien die Herrlichkeit des HERRN über der Stiftshütte vor allen Israeliten. Der Herr redete mit Mose und Aaron und sprach: „Ich will mit euch tun, wie ihr vor meinen Ohren gesagt habt.“. Das Volk besitzt keinen freien Geist, sie denken und handeln nicht wie freie Menschen, deshalb werden sie (so wie sie es gesprochen haben) das Land Israel nicht erobern und nicht betreten, sondern 40 Jahre in der Wüste wandern bis alle Erwachsenen gestorben sind und nur ihre Kinder die unter 20 Jahre alt sind, werden als freie Menschen das Land erobern.

 

Kampf gegen Amalek und Kanaan

Als Mose ihnen des HERREN Wort weitergab, trauerte das Volk sehr, sie wollten hinauf gehen und gegen die Amalikiter und Kanaaniter doch noch in den Krieg ziehen, wie das Gott ihnen von beginn wollte. Da warnte Mose ihnen, dass es zu spät ist, Gott würde nicht mit Ihnen sein, sie können sie nicht besiegen, weil sie vom HERRN abgekehrt haben, werdet sie nur durchs Schwert abfallen. Aber sie waren so vermessen und zogen hinauf auf die Höhe des Gebirges ohne die Bundeslade des HERRN. Da kamen die Amalekiter und Kanaaniter herab und schlugen sie. Die zehn Kundschafter welche in den Krieg gegen die Amalekiter zogen starben alle, ausser Josua und Kaleb die mit Mose und Aaron geblieben sind.

 

 

Tora Achat/Ein Gesetz
 

für Sünden aus Versehen oder aus Vorsatz

4. Mose Kapitel 15/29 „Und es soll einerlei Gesetz (in Hebräisch-Tora achat) gelten für die, die ein Versehen begehen, für den Einheimischen unter den Israeliten und für den Fremdling, der unter euch wohnt.

30 Wenn aber ein Einzelner aus Vorsatz frevelt, es sei ein Einheimischer oder Fremdling, so hat der den HERRN geschmäht. Er soll ausgerottet werden aus seinem Volk;

31 denn er hat des HERRN Wort verachtet und sein Gebot gebrochen. Ja, der soll ausgerottet werden; seine Schuld bleibt auf ihm.“

 

Die Tora gibt uns sehr präzise und exakte Vorschriften, welche Gesetze man einhalten oder vermieden muss/soll, sowie wofür und wie man Absolution (Sündenvergebung) erhalten kann, und für welche Vergehen es keine Vergebung gibt.

 

Die Vergebung

In der Tora wird genau geschildert, welche Gesetze nur die Priester oder das Priestervolk einhalten sollen, und was alle Israeliten sowie diejenigen unter Gottes Tora (mit-)dienen möchten.

Sehr wichtig zu beachten ist: in diesem Absatz wird erklärt, wie man anhand von Opfergaben eine universale Vergebung erhalten kann. Aus diesem Absatz kann man lernen und achten, welches Gebet nur Juden machen sollen, und welches beinhaltet alle, die mit dem jüdischen Volk und dem Glauben an deren Gott mithalten (mitziehen) wollen.

 

Das Gebet in den Synagogen:
In unserer Zeit, in der der Tempel zerstört ist, hat uns Gott, als Gefallen, im Gegenzug die Arbeit des Gebets gegeben, die auch in der Lage ist uns von unseren Sünden zu vergeben. Wie der Prophet Hosea 14 sagte: „so wollen wir opfern die Farren unsrer Lippen“.  3 Nehmt diese Worte mit euch und bekehrt euch zum HERRN und sprecht zu ihm: Vergib uns alle Sünde und tue uns wohl; „so wollen wir opfern die Farren unsrer Lippen“.

 

Zum Beispiel:

  • Für Sünden aus Versehen: Ein Gesetz für alle, die mit dem Gott Israels ziehen wollen. Es bezieht sich auf Versehen beim Nächsten, Wirtschaft, Gerechtigkeit und der Opfergabe/Gebet Art wie man es wiedergutmachen kann.
     
  • Für Sünden aus Vorsatz: Wie Gotteslästerung – gibt es keine Vergebung/Absolution.
     
  • Sabbat: hat andere Gebote für das Volk Israel und Nationen. Ist den Nationen sogar verboten es auszuüben wie das Volk Israel. 
    Link: Sabbat

     
  • Reinheit wie beim Essen und Körperpflege: verschiedene Gebote. Die Völker sind sogar davon befreit, ist ihnen aber nicht verboten das gleiche zu essen.
     
  • Nächstenliebe: Ein Gesetz für alle, die mit dem Gott Israels ziehen wollen.
     
  • Gerechtigkeit:      Ein Gesetz für alle, die mit dem Gott Israels ziehen wollen.
     
  • Wirtschaft und Landwirtschaft: Alle Gesetze für alle, ausser der Landwirtschaft in Israel; hier hat das Volk Israel andere Gebote als ausserhalb des Landes.
     
  • Körperpflege und Bekleidung: andere Gebote für das israelische Volk.

 

Quasten an den Kleidern

37 Und der HERR sprach zu Mose: 

38 Rede mit den Israeliten und sprich zu ihnen, dass sie und ihre Nachkommen sich Quasten machen an den Zipfeln ihrer Kleider und blaue Schnüre an die Quasten der Zipfel tun. 

39 Und dazu sollen die Quasten euch dienen: sooft ihr sie anseht, sollt ihr an alle Gebote des HERRN denken und sie tun, dass ihr euch nicht von eurem Herzen noch von euren Augen verführen lasst und abgöttisch werdet, 

40 damit ihr an alle meine Gebote denkt und sie tut, dass ihr heilig seid eurem Gott. 

41 Ich bin der HERR, euer Gott, der euch aus Ägyptenland geführt hat, dass ich euer Gott sei, ich, der HERR, euer Gott.

 

Ein Gedanke von David Agmaon:

Am Ende der Parascha erscheint die Geschichte mit den Zizit wie ein heilendes Siegel für die Sünde der Spione.

Es heisst: „lo taturu“ -„dass ihr euch nicht von eurem Herzen noch von euren Augen verführen lasset“, in der gleichen Sprache auf den Spionen geschrieben: „vajaturu et Eretzt Knaan„ – „Das Land Kanaan auskundschaften“

Beim Anschauen der Zizit erinnert man alle Gebote des Herrn.damit ihr an alle meine Gebote denkt und sie tut bei alle Ihre Bewegungen“. Der Rat ist, „dass ihr heilig seid vor eurem Gott“.

Ein Mensch kann durch Taten heilig wie ein Engel werden, wenn er wüsste, wie er seine Sinne, seinen Geist und seinen Glauben behalten kann.

 

 

Ein sehr häufige Frage:
 

Können auch Nichtjuden Zizit anziehen?

Aus meinem Verständnis aus der hebräischen Sprache der Tora: Die Zizit-Vorschrift ist nur vom jüdischen Volk verlangt worden.

Meiner Meinung es ist für nicht jüdische Leute nicht verboten Zizit zu besitzen.
Aber bevor man es brauchen möchte-soll man sich zuerst erkundigen warum man es tun will.

 

Es gibt insgesamt 613 Gebote und Verbote- die man als Quasten an die Zizit weben soll. Das jüdische Volk soll alle Gebote und Verbote lernen, aber heutigentags werden nur 86 davon eingehalten.

 

Ein nichtjüdischer Mann der sie anziehen will, soll sich zuerst informieren, welche universalen Gesetze/Botschaften für ihn bestimmt sind, diese soll er lernen und einhalten. Beginnen mit dem wichtigsten und zentralen Gebot:

Es gibt nur einen einzigen Gott, und einen einzigen Glauben für die ganze Menschheit.

Jeder Mensch und jede Gemeinde und Glaubensrichtung soll sich selbst aus fünf Bücher Mose informieren lassen, wie sie sich zu diesem einzigen Gott auf ihren eigenen Rang und Fähigkeit mit Gott binden können.

 

Laut der Tora, egal welchen Weg wir auswählen, wird es entweder auf den friedlichen, oder aber auf dem steinigen Weg in Erfüllung gehen.

Mögen wir Menschen den Fenster die uns unsern Gott der Herren jeden Tag eröffnet, sehen und durch ihn gehen werden, damit die Erlösung der Welt auf den friedliche Ebne mit Gottes Plan aufgehen wird. Amen!

 

Shabbat Shalom umvorach!
Friedlicher und gesegneter Shabbat!

 

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