1. Gedenke des Sabbattages, dass du ihn heiligst. Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun, aber am siebenten Tage ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes. Da sollst du keine Arbeit tun, auch nicht dein Sohn, deine Tochter, dein Knecht, deine Magd, dein Vieh, auch nicht dein Fremdling, der in deiner Stadt lebt. Denn in sechs Tagen hat der HERR Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darinnen ist, und ruhte am siebenten Tage. Darum segnete der HERR den Sabbattag und heiligte ihn. (über das Sabbat wird ausführlich in Parashat Emor gesprochen)
     

Parashat Jitro  פָּרָשַׁת-יִתְרוֹ 

 

Parashat „Jitro“ ist der fünfte Parasha/Abschnitt von 2. Buch Mose. Die Parasha beginnt mit 2. Mose, Kapitel 18, Vers 1 und endet im Kapitel 20, Vers 22.

Der Name der Parasha stammt aus dem ersten Vers und Wort: Und Jitro, der Priester in Midian, Moses Schwiegervater, hörte alles, was Gott an Mose und seinem Volk Israel getan hatte, dass der HERR Israel aus Ägypten geführt hatte. 2 Da nahm er mit sich Zippora, die Frau des Mose, die er zurückgesandt hatte, 3 samt ihren beiden Söhnen“

 

Die vorherige Parasha „Beshalach“, erzählte von den Hindernissen, denen sich das israelische Volk bei seiner Flucht aus Ägypten gegenübersah, und vom die geschehen Wunder am Roten Meer. Die Parahst Jitro- erzählt von der Fortsetzung der Reise und der Ankunft am versprochenen Ziel dem Berg Sinai, die Begegnung mit Jitro Oberpriester von Midian und Moses Schwiegervater, seinen Rechtsvorschlag und die Erhaltung der Tora und die Zehn Gebote auf dem Berg Sinai.

 

Jitros Besuch bei Mose

Jethro, Moses Schwiegervater, hört von den Wundern, die Gott den Kindern Israel beim Auszug angetan hat. Er nimmt Zipporah, die Frau von Moses und ihre beiden Söhne Gershom (deren Vater ihm seinen Namen gab, weil "Ich bin ein Gast geworden in fremdem Lande") und Eliezer ("Der Gott meines Vaters ist meine Hilfe gewesen ") mit und geht in die Wüste, wo Mose ihn begrüßt und ihm alle ihre Geschehnisse ausführlich erzählt.

Gottes Wunder die Gott dem Volk Israel erbracht hat erfreuen Jitro. Er opfert Gott eine Gabe, und zusammen mit Aaron und allen Ältesten Israels veranstalten sie ein gemeinsames Festessen.

Einsetzung von Richtern

Am nächsten Tag bemerkt Jethro, dass Moses selbst sitzt und das Volk Richtet. "Warum tust du das?", Fragt er seinen Schwiegersohn, der ihm erklärt: Wenn sie einen Konflikt haben, kommen sie zu mir damit ich sie nach Gottes gerechten Gesetzen richte.

"Sie können das alleine nicht schaffen" ruft Jethro aus, "du wird’s noch von Müdigkeit fallen! Wie können Sie dieses grossartige Volk allein beurteilen?" Es wird vorgeschlagen, eine Hierarchie von gottesfürchtigen, und ehrlich Richtern zu ernennen.  

Für alle zehn Israeliten soll einer zu einem Sonderrichter namens Dutzend Minister ernannt werden, darüber Fünfzig,- Hundert und Tausend Minister. Wenn eine Frage auftaucht, welche ein Dutzend Minister nicht lösen konnte, wird sie an das höhere Gericht weitergeleitet - die Fünfzig-Minister und so weiter. Nur in besonders schwierigen Fällen, welche die Tausende-Minister nicht lösen können, wird die Frage vor Mose kommen.

Moses erhält den Rat seines Schwiegervaters und führt ihn aus. Jitro verabschiedet sich und geht in Frieden in sein Land zurück.

 

Ankunft an Sinai

Zu Beginn des Monats Sivan (dritter Monat biblischer Zählung) kommen die Israeliten in die Sinai-Wüste und lagern als einheitliches Volk vor dem Berg Sinai.

Mose geht hinauf zu Gott, wo ihm geboten wird, den Kindern Israel zu sagen: "Du hast gesehen, was ich Ägypten angetan habe ... wenn du meine Stimme hörst und meinen Bund hältst und die Tugend aller Völker hast." Auf diese Weise wird das Volk Israel zum auserwählten Volk.

Nachdem er dem Volk das Wort Gottes gegeben hat und sie ihm geantwortet haben, dass sie alles tun werden, was der Herr gesagt hat, befiehlt Gott Mose, das Volk auf das Erhalten der Tora Körperlich und Geistige Reinheit vorzubereiten. Sie müssen ihre Kleider waschen und sich vor dem Ereignis während drei langen Tagen die persönliche Beziehung enthalten. Ausserdem dürfen sie sich dem Berg Sinai nicht nähern oder ihn besteigen.

 

Erscheinung des HERREN am Berg Sinai

Am Morgen des dritten Tages erwachen die Israeliten zu einem einzigartigen Schauspiel: Stimmen und Blitze, eine schwere Wolke und ein sehr lautes Sprachrohr, das auf dem Berg Sinai erklingt. Moses führt die Menschen auf den Grund des Berges und der Klang des Schofars/Posaune wird nur stärker. Nachdem Mose das Volk im Gebot Gottes erneut warnt, sich dem Berg Sinai nicht zu nähern, findet die majestätische Schau des Gebens der Tora statt.

Bildergebnis für zehn gebote

Die Zehn Gebote

 

Und Gott sprach die 10 Gebote:

  1. Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft, geführt habe.  
    Link: AMEN UND GLAUBEN im Verständnis der hebräischen Sprach


     
  2. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir, kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem, was im Wasser unter der Erde ist. Bete sie nicht an und diene ihnen nicht!
    Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifernder Gott, aber Barmherzigkeit erweist an die mich lieben und meine Gebote halten.

    Der Gott kann und soll man nicht vorstellen. Wenn man einer Vorstellung von Gott macht, dann verkleinert er seine Macht. Wir können die Sonne mit blossen Augen nicht anschauen ohne dass wir uns erblinden. Die Sonne ist eine kleine Figur in Gottes Heer. Die Vorstellung seiner Macht hat gar keine Dimensionen, noch wo er sich befindet.
    In Ägypten haben sie die Kalb als Gott geehrt, hingegen Menschenleben hatten weniger Wert noch Rechte. Sie wurden sogar als Opfergaben gebracht.
     

    Der Mensch ist Ebenbild Gottes nicht in seiner Erscheinung, sondern in seiner Eigenschaft. Die wichtigste Eigenschaft Gottes ist andern Gutes zu geben.

    Gott verbietet ausdrücklich jegliche Lebewesen weder Tier noch Mensch, oder Himmelkörper als Gott darzustellen, nicht einmal symbolisch zu betrachten.

     
  3. Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht missbrauchen; denn der HERR wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht.

    Missbrauchen bedeutet Gottes Name nicht nennen, nicht laut aussprechen .auch wenn es für einen guten Zweck ist.

    Dieses Verbot hat mehrere Gründe, wobei ich nur die zwei wichtigsten erwähne:
    Der eine; Gottes Name erzeugt so viele Energien, dass wenn man es Laut ausspricht, kann es schnell mehr Schaden als Segen bringen.
    Es ist, wie man ein Haus mit Strom direkt von der Hochleitung versorgt ohne einen Transformator dazwischen. Dabei können alle Geräte im Haus zerstört werden.

    Der andere Grund ist; Jeder Gottesname spricht eine andere Gottes-Funktion in der Welt an.
    Es gibt Gott der Erbarmende, Gott der Gerechte, Gott der Richter, Gott der Vater, u.s.w.
    Wenn man an Gott den Erbarmenden betet, aber mit Gott der Richter anspricht, wird man gerichtet. Was sicher nicht das ist was man erzielen wollte und gut für einen wäre. Das muss gelernt werden.

     
  4. Gedenke des Sabbattages, dass du ihn heiligst. Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun, aber am siebenten Tage ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes. Da sollst du keine Arbeit tun, auch nicht dein Sohn, deine Tochter, dein Knecht, deine Magd, dein Vieh, auch nicht dein Fremdling, der in deiner Stadt lebt. Denn in sechs Tagen hat der HERR Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darinnen ist, und ruhte am siebenten Tage. Darum segnete der HERR den Sabbattag und heiligte ihn.
    (über das Sabbat wird ausführlich in Parashat Emor gesprochen)

     
  5. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf dass du lange lebest in dem Lande, das dir der HERR, dein Gott, geben wird.
     
  6. Du sollst nicht töten.
     
  7. Du sollst nicht ehebrechen. 
     
  8. Du sollst nicht stehlen. 
     
  9. Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten. 
     
  10. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau, Knecht, Magd, Rind, Esel noch alles, was dein Nächster hat. 

 

Die Menschen, die die Stimmen und Fackeln sehen, haben Angst und ziehen sich zurück. Die Israeliten fragen Mose: "Sprich du mit uns und wir höre dich und lass G'tt nicht mit uns sprechen.

Moses versichert ihnen, dass sie nicht befürchten werden, dass die Offenbarung Gottes gemacht wurde, um ihren Namen in der Welt zu vermehren und ihre Ehrfurcht vor ihnen zu erwecken.

 

Link: DER ERSCHEINUNGS-GOTT AUF DEM BERGE SINAI,

ist die Fundament und Grundlage für alle, die an den HERRN glauben.

 

 

 

EIN KÖNIGREICH VON PRIESTERN
Von Dr. Zwi Braun „Zeitlos Aktuel“ Parashat Jitro Seiten 188-190

 

„Und nun, wenn ihr auf Meiner Stimme hört und meinen Bund haltet, so sollt ihr Mir ein Eigentum aus allen Völkern sein, denn Mein ist die ganze Erde. Ihr aber sollt Mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein. Dies sind die Wort, die du zu den Kindern Israels reden sollst.“
(2. Mose 19, 5-6)

 

Diese Worte Gottes breiten das jüdische Volk auf die Offenbarung am Berg Sinai vor, auf den Moment, auf den Moment, wo sie aus Gottes Mund das Zehnwort/Geboten hören werden. In diesen zwei Sätzen beschreibt Gott die besondere Rolle, die Er Am/Volk Israel zugedacht hat. Was haben wir unter dem Wort „Segula“, hier mit Eigentum übersetzt, zu verstehen?

Rabbiner S:R: Hirsch, basierend auf Raschi, verweist auf andere Stellen im Tanach/Bibel (z.B. Kohelt: Divre Hajamin/Chronik 29, 3) aus denen hervorgeht, dass „Segula“ einen besonderen Schatz bedeutet:

 „Segula" ist somit ein Gut, auf welches keine anderer ein Recht hat, das in keiner Beziehung zu einem anderen steht. Die Grundbedingungen, die mit diesem Wort für unser Verhältnis zu Gott gefordert wird, ist daher, dass wir in jeder Beziehung unseres Wesens, mit unserem ganzen Sein und unserem ganzen Willen, ganz und ausschliesslich Sein Eigentum werden … und keiner anderen Macht und deinem anderen Wesen einen Einfluss auf die Lenkung unserer Geschicke und auf die Leitung unserer Taten einräumen.“

Seforno betont, dass die ganze Menschheit Gott teuer und lieb ist, so wie unsere Weisen in den „Pirke Awot“ (3, 14) ja die besondere Stellung des Menschen in der Schöpfungsgeschichte hervorgehoben haben.

Dennoch schreib Gott dem jüdischen Volk eine spezielle Rolle zu. Dies kommt in der Formulierung „ein Königreich von Priestern“ zum Ausdruck.

Welche Aufgabe haben die Priester? „Sie lehren Dienen Aussprüche Jakov und deine Lehre Israel …“ (5. Mose 33, 10) Mit diesen Worten charakterisiert und segnet Mose den Stamm Levie, aus dessen Mitte die Kohanim/Priester kommen. Der Prophet Maleachi nimmt diese Worte wieder auf, wenn er verkündet:

„Lehre der Wahrheit war in seinem Mund, und Falsches ward nicht auf seinen Lippen gefunden, in Frieden und in Redlichkeit wandelte er mit Mir, und viele brachte er von Sünde zurück. Denn die Lippen des Priesters sollen die Erkenntnis wahren und Lehre soll man suchen aus seinem Mund, denn ein Bote des Ewigen der Heerscharen ist Er“ (2. Mose 2 6-7)

 

Die Rolle des Lehrers und Mentors, welche der stamm Levi und die aus ihm hervorgegangenen Priester innerhalb der zwölf Stämme spielen, kommt dem jüdischen Volk innerhalb der Völkergemeinschaft zu. „Ihr aber werdet Priester des Ewigen genannt, Diener unseres Gottes wird zu euch gesagt …“, so verkündet es der Prophet Jeschajahu (61, 6)

Aufgab des jüdischen Volkes war und ist es, den glauben an den EINEN Gott für alle Völker dieser Welt zu verkünden und Seine Lehre zu verbreiten. In der Tat sind die Zehn Gebote zur Grundlage jeder zivilisierten Gesellschaft geworden, in welcher verantwortungsbewusstes Handeln des Menschen im Mittelpunkt steht.

„Denn Mein ist die ganze Erde“, wird von Rabbi Meir Simcha von Dvinsk in einem Kommentar „Meschech Chochma“ dahingehend verstanden, dass Selbst in der Messianischen Zeit, wenn alle Völker zu Gott gefunden haben werden, die besondere Aufgabe von Am/Volk Israel weiterhin bestehen wird. Das Versprechen Gottes, in ihnen eine „Segula“, ein wertevolles Gut, zu sehen, bleibt auch dann gültig.

Worin besteht die Heiligkeit eines Volkes? Raschi deutet „Kadosch/Heilig“ als ein sich Absondern von Sünde, Heiligkeit findet der Jude nicht im Lebenswandel eines Eremiten, nicht in Kasteiungen oder ekstatischen Gebeten. Heiligkeit im Judentum bedeutet täglich ein normales Leben im Sinne der Tora zu führen. Aron Bath hat dies trefflich in sein Buch „Der moderne Jude und die ewigen Fragen“ formuliert:

„ Das Halten aller Gesetze, Gebote und Rechtsvorschriften ist die endgültige Bedingung, um zur Heiligkeit zu gelangen. Nur wenn wir sie alle halten, ist wirklich unser Leben wie mit vielfältigen und vielfarbigen Fäden ständig an Gott gebunden. Bei jeder profanen Handlung in unserem Täglichen Leben stossen wir mit etwas zusammen, was uns an Gott und Sein Führung erinnert. Wir könnten uns nicht niederlegen und nicht aufstehen, ohne zu Ihm zu beten. Wir könnten uns nicht kleiden und selbst den Bart nicht abnehmen, ohne mit Senem Gesetz in Berührung zu kommen. Wir können nicht essen und trinken, ohne an Gott erinnert zu werden. Wenn wir durch irgendwas gedrängt werden, unseren Nebenmenschen in unserem Herzen zu hassen, müssen wir daran denken, dass die Tora uns das verbietet. Und diejenigen, die sich wirklich dieser Leitung nicht nur äusserlich, sondern bewusst mit ganzem Herzen und ganzer Selle hingaben, wurden durch diese Erziehung, die vom Morgen bis zum Abend und vom Abend bis zum Morgen ging, zur Heiligkeit geleitet.“

 

Sabbat shalom umvorach!

Gesengter Sabbat Frieden und Lieben über alle!

 

DAS GESCHENK DES FREIEN WILLENS /Rabbiner Nachman

Gott der wunder,
Du hast mir das allerwunderbarste
Geschenk gemacht -
das Geschenk des freien Willens

Möge mein Wille niemals abweichen
von Deinem heiligen Willen.

Führe mich zu jeder Zeit,
damit ich stehts
das Gute wähle -
und so lange ich lebe
die Wahl treffe, die
im Einklang mit deinem willen steht.
AMEN!

 

 

 

Haben Sie es genossen, schicken Sie die Parasha dieser Woche an Ihre Freunde und Bekannten weiter.

Tamara Güller

 

 

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