Parashat Truma  פָּרָשַׁת-תְּרוּמָה 

 

Parashat „Truma/Abgabe/Spende“ ist der siebte Parasha/Abschnitt von 2. Buch Mose. Die Parasha beginnt mit 2. Mose, Kapitel 25, Vers 1 und endet im Kapitel 27, Vers 19.

 

Der Name der Parasha stammt aus dem ersten Vers und Wort:  „Und der HERR redete mit Mose und sprach: 2 Sage den Israeliten, dass sie für mich eine Abgabe erheben. Nehmt sie von jedem, der sie freiwillig gibt. 3 Das ist aber die Abgabe, die ihr von ihnen erheben sollt: Gold, Silber, Bronze, 4 blauer und roter Purpur, Karmesin, feines Leinen, Ziegenhaar, 5 rot gefärbte Widderfelle, feines Leder, Akazienholz, 6 Öl für die Lampen, Spezerei zum Salböl und zu wohlriechendem Räucherwerk, 7 Onyxsteine und eingefasste Steine zum Priesterschurz und zur Brusttasche. 8 Und sie sollen mir ein Heiligtum machen, dass ich unter ihnen wohne. 9 Genau nach dem Plan, den ich dir von der Wohnung und ihrem ganzen Gerät zeige, sollt ihr's machen.“

 

Die vorherige Parasha „Mishpatim“, erzählte von Moshe auf dem Berg Sinai, wo er die Tora Gesetze von Gott empfangen hat, und über den Bund, welcher zwischen dem Volk Israel und Gott stattgefunden hat. In dieser Parasha wird die Überweisung Gottes an Mose fortgesetzt.

 

Das Tabernakel, von dem die Parasha handelt, wurde zuerst von Mose in Sinai errichtet und ist seitdem mit den Israeliten in der Wüste umhergezogen. Als sie nach 14 Jahren der Eingewöhnung in Israel ankamen, war die Stiftshütte an einem festen Ort stationiert - in der Stadt Shilo. Viele Jahre stand die Stiftshütte dort, bis sie nach 369 Jahren zerstört wurde.

Nach der Zerstörung von Shilo wanderten die Mischkan erneut von Ort zu Ort, bis König Salomo den ersten Tempel errichtete, den er seit dem über 410 Jahren beleuchtet hatte. Nach 70 Jahren Exil kehrten die Einwanderer aus Babylon zurück und errichteten das zweite Haus, das nach 420 Jahren ebenfalls und für immer zerstört wurde.

 

Gott weist Moses an, freiwillige Spenden vom Volk Israel anzunehmen, nur von denen die es geben möchten. Spenden in Form von Gold, Silber und Kupfer sowie anderen wichtige Materialien, welche für den Bau der Stiftshütte und ihrer Gefässe verwendet werden sollen. Gott befiehlt auch, die Lade zu bauen, in der die Bundes Tafeln, welche dem Volk Israel von Mose untergebracht werden.

 

Gaben für die Stiftshütte

Der Schöpfer der Welt fragt: Bereite mir ein Mishkan/Wohnort vor: "Kinder Israel sollen mir ein Heiligtum machen, dass ich unter ihnen wohne."

In der Parscha werden die genauen Pläne für die Artefakte und Materialien beschrieben, die für den temporären Tabernakel vorbereitet werden sollen, welchen die Israeliten in der Wüsste auf ihrer Wanderwege, und die erste Zeit in Israel bis man der Tempel in Jerusalem gebaut wird, unterhalten.

Als erstens müssen Spenden gesammelt werden. Die Spenden bestehen aus verschiedenen Materialien, die für den Bau der Stiftshütte verwendet werden. Mit diesen Materialien müssen die folgenden Geräte für das gegenwärtige Mischkan/Tabernakel hergestellt werden.
 (Genau nach diesem Plan sollen später die Artefakte für den Tempel in Jerusalem gemacht werden)

Die Bundeslade

Die Bundeslade, auf welche die Lade und von Gott gegebene Tora/Gesetze gelegt werden, soll aus Akazienholz von Innen und Aussen vergoldet. Dazu stellt der Künstler, der das Kabinett erstellt, drei Kabinette aus offenen Kisten her: Das mittlere Kabinett besteht aus Holz, während das Äussere und das Innere aus Gold bestehen, sodass das mittlere Kabinett innen und aussen mit Gold bedeckt ist.

In den vier Ecken des Schranks werden in jedem Winkel goldene Ringe gegossen, und in diesen Ringen werden Stangen eingefädelt, die permanent dort stehen. Mit diesen Stangen kann der Schrank von Ort zu Ort bewegt werden.

Ein einziger Goldblock bildete den Schrankdeckel und die Cherubim - zwei Figuren mit einem Gesicht und ausgebreiteten Flügeln - die sich gegenüber standen.

Von diesen beiden Köpfen wird Gott zu Mose sprechen und ihm alle seine Gebote an die Kinder Israel geben.

 

Der Tisch für die Schaubrote

Der Tisch, auf den ein speziell geformtes Schaubrote ("Innensbrot") gelegt wird, wird ebenfalls aus Akazienholz gefertigt und mit Gold überzogen. Der Tisch hat einen Rahmen, ein spezielles Goldornament ("Kranz") und vier Ringe mit vergoldeten Holzstangen, die es ermöglicht, während der Wanderungen bewegt zu werden.

Sowie die verschiedenen Geschirrteile gefertigt aus reinstem Gold.
(Schüsseln, Löffel, Kannen, Schalen)

 

 Der Leuchter

Der Leuchter, für das ewige Licht in der Stiftshütte angezündet wird, muss aus einem reinen Goldblock bestehen. Aus sieben Armen: ein zentraler Arm und drei Arme diagonal zu beiden Seiten des zentralen Arms. In die Arme und auch auf den Sockel sollen mit Kelchen, Knäufen und Blumen gestaltet sein.

Der Psalm 67 wurde von König David direkt an die Leviten gegeben, die es täglich vor dem Leuchter der Menora, im Tempel / Bet-Mikdash gesungen haben. Dieser Psalm wird im jüdischen Gebetsbuch mehrmals täglich, auch am Freitagabend dem Sabbat gesungen.

Das Gebet ist auf dem Priesterlichen Segen aufgebaut. Es wurde nicht zum Zweck der Anfrage, des Flehens oder um Gott zu loben geschrieben, sondern in der Sprache der Zukunft. König David beschreibt darin den Zustand der gesamten Welt, nachdem der Segen auf das Volk Israel in Erfüllung gehen wird.

Der Segen basiert auf der Säule der Zahl Sieben, dass die Vollkommenheit repräsentiert, wie der Gott in 7 Tagen die Welt erschaffen hat. 
Wie die Menora sieben Arme hat, hat es auch sieben (7) Sätze, und so wie alle Teile des Leuchters die Zahl 49 ergeben, gibt es 7x7=49 Wörter, und die Säule des mittleren Satzes hat 7x7=49 Buchstaben.

Link: Psalm 67 „Gottes Segen über aller Welt“

 

 

Die Stiftshütte

So werden die Israeliten die Stiftshütte errichten: Sie stellten Bretter aus Holz her und beschichteten sie mit Gold. Die Abmessungen jeder Diele betragen zehn Ellen Höhe (Amma = etwa einen halben Meter, zehn Ellen = etwa 5 Meter) und eineinhalb Ellen Breite (etwa 0,75 Meter). Die Dielen werden mit Holzstäben aneinander befestigt und unten mit silbernen (weissen) Brettern befestigt. Insgesamt wird die Breite der Stiftshütte zehn Ellen und dreissig Ellen lang sein.

Auf und um die Stiftshütte werden Decken aus Stoff und Leder gelegt. Diese Decken werden durch fünfzig goldene Haken miteinander verbunden.

 

 

Das Allerheiligste

Das Tabernakel wird aus zwei Teilen bestehen: dem Allerheiligsten (das die Bundeslade sein wird) und dem Heiligenteil (wo die meisten anderen Teile der Tabernakel platziert werden). Am Eingang zur Stiftshütte sowie am Eingang zum Allerheiligsten sind die Säulen vergoldet. An diesen Säulen hängen Bünde aus gewebten Laken in verschiedenen Formen auf beiden Seiten.

In der heiligen Stätte befindet sich die Lampe im Süden (links) und der Tisch im Norden (rechts). Der Tisch wird aussen vor den Vorhang gesetzt und der Leuchter auf dem Tisch gegenüber.

 

Der Brandopferaltar

Im Innenhof wird ein hohler Altar, aus Akazienholz mit Kupfer beschichtet, errichtet, der vier "Hörner" aufweist und in den Ecken hervorsteht. Der Altar, sowie die verschiedenen Artefakte des Altars wird verkupfert. Mit vier Ringen und kupferbeschichteten Holzstäben kann der Altar von Ort zu Ort bewegt werden.

 

Der Vorhof

Das Tabernakel wird sich in einem grösseren Bereich befinden, dem Innenhof des Tabernakels, der von Brettern umgeben sein wird, die in kupferfarbenen (weissen) Brettern mit einem geflochtenen Netz verlegt sind. Abmessungen des Innenhofs: Einhundert Ellen lang und fünfzig Ellen breit

Der gestickte und verzierte Vorhang muss ebenfalls an das Hoftor gehängt werden.

 

 

 

Ein Heiligtum für alle Zeiten

„Sie sollen Mir ein Heiligtum machen und Ich werde in ihrer Mitte wohnen“ (25/8)

Rabbi Nachman: Die Betonung auf „machen“: „Gross ist der Stellenwert der Arbeit, denn Gott liess Seine Schechina/Bewohnerin erst dann auf Israel ruhen, als sie das Heiligtum hergestellt hatten.“ 

 

Buch Zeit Aktuell/Dr. Zwi Braun:

Kreative Arbeit ist ein Vorgang, der zum Wesen des Menschen, zu seiner Bestimmung und Selbstverwirklichung gehört. Auch darin spiegelt sich der Mensch als Ebenbild Gottes.

Doch woher sollten die soeben der Sklaverei und Fronarbeit entkommenen Bne Israel die Fähigkeit zu solch kreativer Tätigkeit nehmen?

Der Ketaw Sofer bezieht die Aussage Gottes, „Ich werden in ihrer Mitte wohnen“, nicht auf die Zeit nach Fertigstellung des Heiligtums, sondern auf den Beginn dieses Prozesses. Gott versprach Mose, dass der göttliche Geist auf all den Handwerkern und Bauleuten ruhen und ihnen die notwendigen Fähigkeiten zukommen lassen werde.

 

Diese Parasha/Abschnitt zeigt uns auch, was der Schlüssel zum richtigen Geben/Gabe: Geben muss von ganzem Herzen geschehen. Der Midrasch sagt, Bezalel, der Architekt der Stiftshütte habe die Absicht des Spenders erkannt. Auf diese Weise bestimmte er, wie jede Spende verwendet werden soll. Wenn zum Beispiel jemand mit reiner Absicht gespendet hat, wurde seine Spende für die Heilige innere Lade verwendet. Im Gegensatz dazu, wenn jemand unwillig gespendet hat, wurde seine Spende für die Sillets verwendet, die die Mauern des Tabernakels stützen.

 

Der Tischbreite ist geringer als die Höhe. Warum?

Es ist von großem Wert, Gäste einzuladen und Lebensmittel für Bedürftige bereitzustellen. Leider übertreiben die Leute oft ihre Ausgaben, um einen Eindruck auf ihre Gäste zu hinterlassen. Ihre Extravaganz führt zu hohen Schulden und kann zu Lasten von Wohltätigkeitsorganisationen oder Studiengebühren gehen. Die Tora lehrt uns, dass die Breite - das heisst die Preishöhe des gedeckten Tisches „unsere Verhältnisse" nicht überschreiten sollte.

„Baale Tosafot/Aufklärer teilen die Spender die Wohltätigkeit leisten in drei Gruppen ein:

  1. Die Gruppe die Wohltätigkeit leisen, wenn bei ihm alles in Ordnung ist, alle gesund sind und es keine Probleme gibt – sie gleichen seine Wohltätigkeit als so wichtig und teuer wie "Gold".
     
  2. Leute die sich erst an das Geben erinnert, wenn sie ein Gefühl der Gefahr verspüren, und erst dann eilen sie, um Nächstenliebe eine Gabe als Mittel zum Schutz zu geben - diese Nächstenliebe/Gabe wird als „Geld“ (Kessef bedeutet Geld und Silber) betrachtet, das weniger wert ist als Gold.
     
  3.  Und diejenigen, die ihre Hände erst öffnen, erst wenn sie bereits krank sind oder andere Lebensprobleme haben, ihre Gabe ist zum Heilen und zur Erholung, oder vielleicht liegt er sogar im Sterbebett und gibt eine Gabe damit er ein Recht auf die nächste Welt hat. - Auch dies ist natürlich eine Mizwa/Gute Tat, aber es ähnelt sich mehr zu Kupfer.

So wie die Gabe für die Alle Heiligkeit und der Ihren heiligen Raum, ist alles aus Gold, aber im Aussenhof, wo man Opfergaben macht und Blut fliesst, wurde alles nur aus Kupfer gemacht, das ist weit weniger Wert als das Licht, Brot und Weihrauch sind.

 

Sabbat shalom umvorach!

Gesengter Sabbat Frieden und Lieben über alle!

 

EINE RICHTUNG FINDEN /Rabbiner Nachman

Lieber Gott,
ich brauche Deine Führung.
Weise mir die Richtung im Leben,
denn die sinnlosen Verlockungen
dieser Welt
haben mich im Griff.

Gib, dass ich über
die groben Notwendigkeiten
meines täglichen Lebensunterhalts
hinaussehen kann.

Gib, dass ich tiefe Freude finde
an dem, was wirklich kostbar ist -
an der Schönheit meiner Beziehung
zu Dir, lieber Gott.
AMEN!

 

 

 

Haben Sie es genossen, schicken Sie die Parasha dieser Woche an Ihre Freunde und Bekannten weiter.

Tamara Güller

 

 

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