Parashat vaJishalach   פָּרָשַׁת-וַיִּשְׁלַח

 

Parashat „VaJishalach/schickte“ ist der achte Parasha/Abschnitt des Buches Genesis, in dem Jakob mit seinem Bruder Esau zusammenkommt und die Familien der beiden Brüder beschrieben wird. Der Name der Parasha stammt aus dem ersten Vers und Wort: „Jakob aber „schickte“ Boten vor sich her zu seinem Bruder Esau ins Land Seïr, in das Gebiet von Edom“

 

Die Parasha-abschnitt erstreckt sich über einen Zeitraum von 23 Jahren: ab dem Datum des Treffens zwischen Jakob und Esau, zum Zeitpunkt von Jakobs Rückkehr aus Haran bis dem Jahr von Isaaks Tod.

 

Raschi zufolge fand der Verkauf von Josef, der in der nächsten Parasha beschreiben wird, Paraschat „VaJeshev/setzte sich“ 12 Jahre vor dem Tod von Isak statt. Daraus folgt, dass es eine 12-jährige Überschneidung zwischen Josephs Verkauf und Isaaks Tod gegeben hat.

 

Zwanzig Jahre nach der Flucht von seinem Bruder kehrt Jakob in das Land Kanaan zurück.
Er hat jetzt eine grosse Familie: Er hat vier Frauen, elf Söhne und eine Tochter. Jakob hat auch viel Eigentum, darunter Schafe und Rinder. Jakob ist sehr besorgt seinen Bruder Esau zu treffen, der vor 20 Jahren vorhatte ihn zu töten, weil er den Segen seines Vaters gestohlen hat.

 

Jakob will sich mit Esau versöhnen und schickt ihm Boten mit vielen Geschenken. Zu diesem Angebot gehören riesige Herden von Hunderten von Schafen, Ziegen, Bullen und Kamelen. In der Nacht vor dem Treffen mit Esau kämpfte Jakob mit einem anonymen Mann. Jakob überwindet ihn und fordert von ihm einen Segen. Der Segen, den der Mann ihm gibt, ist die Änderung von Jakobs Namen in Israel. Jakob trifft Esau. Sie versöhnen sich und weinen umarmen und küssen sich gegenseitig.   

 

Als nächstes kauft Jakob ein Grundstück in der Nähe der Stadt Sichem und siedelt dort. Eine der Stadtbewohner - Sichem Hamor Sohn verliebt sich in Dina und vergewaltigt sie. Er will sie heiraten. Die Söhne Jakobs täuschen Sichem und seinen Vater Hamor und sagen ihm, wenn er und alle seine Bürger sich beschnitten haben, werden sie einen Bund mit ihnen schliessen, und Hamor kann Dinah heiraten. Nachdem sie beschnitten wurden und immer noch Schmerzen hatten, kommen Shimon und Levi und töten alle Männer in der Stadt. Jakob ärgert sich und hat Angst, dass alle Städte rund um deswegen gegen sie Kämpen werden und schimpft mit ihnen.

 

Gott sagt Jakob, er solle nach Bethel/Hausgottes gehen. Dort baut Jakob einen Grabstein und Gott wiederholt erwähnt seine Namensänderung von Jakob auf Israel. Auf dem Weg von Bethel bringt Rachel Benjamin zur Welt und stirbt bei der Geburt. Auch Isaak - Jakobs Vater und Esau - starb und wurde von beiden in der Grabstäte die Abraham gekauft hat in Hebron beigesetzt.

Die Parasha endet mit einer Beschreibung der Esau-Dynastie.

 

Parashat/Abschnitt „vaJishalach“ beginnt mit 1. Mose, Kapitel 32, Vers 4 und endet im Kapitel 36, Vers 43.

 

Die Parascha beginnt mit dem folgenden Satz:
„4 Jakob aber schickte Boten vor sich her zu seinem Bruder Esau ins Land Seïr, in das Gebiet von Edom, 5 und befahl ihnen und sprach: So sprecht zu Esau, meinem Herrn: Dein Knecht Jakob lässt dir sagen: Ich bin bisher bei Laban lange in der Fremde gewesen 6 und habe Rinder und Esel, Schafe, Knechte und Mägde und habe ausgesandt, es dir, meinem Herrn, anzusagen, damit ich Gnade vor deinen Augen fände“

 

Jakob kehrt in das Land Kanaan zurück und trifft seinen Bruder

Jakob Versucht als er in das Land Kanaan ankommt, seine Beziehung mit seinem Bruder Esau um ihn zu versöhnen. Er schickt Abgesandte mit vielen Geschenken, aber sie kehren zurück und berichten ihm, dass sein Bruder mit 400 Soldaten ihm entgegen kommt.

Jakob beschliesst, sich auf drei verschiedene Arten sein Familie zu verteidigen. Raschi definierte Jakobs Vorbereitungen für seine Begegnung mit Esau wie folgt:

Bereite sich auf drei Situationen vor:

  1. Geschenkübergabe
  2. Gebet
  3. und für möglichen Krieg.“

 

Erstens für den Fall Easu sie angegriffen würde teilte er das Volk in zwei Lager. Wenn „Gott bewahre“, einen Lager attackiert wird, würde das zweite Lager überleben. Zweitens Er betet den Schöpfer der Welt ihn vor Esaus Absichten retten wird. Schliesslich bereitet er eine Gabe mit über 500 Tieren aus Rindern, Kamelen etc. und schickt es zu seinem Bruder Esau.

Er überquert durch die Furt des Jabbok, übergibt dort seine Frauen und Söhne und kehrt zurück. Dort trifft er einen mysteriösen Mann, einen Engel. (nach Rashi der Engel gehörte zum Esau Behüter) Jacob kämpft heldenhaft gegen ihm, aber der Engel schafft es, seinen Oberschenkel festzunageln. Als der Morgen kommt, bittet der Engel Jakob, ihn für die Arbeit des Tages gehen zu lassen, aber Jakob sagt: "Ich werde dich nicht gehen lassen, es sei denn, du gibst mir einen Segen."

Der Engel gibt ihm einen Segen und fragt ihm: „Wie heisst du? Er antwortete: Jakob. 29 Er sprach: Du sollst nicht mehr Jakob heissen, sondern Israel; denn du hast mit Gott und mit Menschen gekämpft und hast gewonnen.“  

In Erinnerung an diesen Kampf essen die Juden bis heute keine Hüftsehne.

 

Was symbolisiert der Kampf zwischen Jakob und Esau?

In Midrasch 10 heisst es, dass der Kampf zwischen den Zwillingsbrüdern ein Kampf ist, der damals begonnen hat und noch bis heute andauert. Es ist ein Kampf zwischen dem Volk Israel, vertreten durch Jakob und den Nationen, die versuchen „Gott bewahre“ verbittert die Juden auszurotten,. Sie versuchen es wiederholt, aber es gelingt ihnen nicht, ihre Bemühungen bleiben erfolglos. Sie schaffen nur die "Hüftsehne", einen kleinen Teil des Volkes Israel zu zerstören und befleckt.

Schliesslich wird der Kampf im Morgengrauen enden, und die Zeit von Jacobs Sieg ist endgültig und absolut. Wie der Vers abschliesst: "Danach kam Jakob wohlbehalten". Trotz der Qual, Demütigung und Folter lebt und existiert das Volk Israel für immer.

 

Die Bedeutungen des Namen Israel:

  • „sarita im Elohim veAdam“- mit Gott und mit Menschen gekämpft und hast gewonnen.
     
  • „Ishre El"- Gott liegt darüber.
     
  • Jashar El- Jashar-Recht/ el- HERRN, was so viel heisst, wie der rechte Weg zu Gott den das Volk Israel gehen soll und wenn das Volk vom Weg abkommt, wird der HERRN das Volk wieder auf den rechten Weg weisen.

 

Endlich fand nach Jahren der Trennung das schicksalhafte Treffen zwischen dem Bruder Jacob und Esau statt.

Beim Anblick der grossen Familie entstand Esaus Gnade und er küsste Jakob. Er weigert sich, die Gabe anzunehmen, aber Jakob bittet ihn und er freut sich. Esau schlägt vor, dass Jakob sich ihm in seiner Stadt Seir anschliesst, doch Jacob entschuldigt sich und erklärt, dass die Herde und die Kinder diese schnellen Reise nicht stand halten, und plötzlich sterben könnten. Als Alternative schlägt er vor, dass sie eine Reise alleine machen und er wird sich ihm später anschliessen.

Chazal: Obwohl Jakob in diesem wöchentlichen Abschnitt- sowie in dem folgenden Abschnitt- nicht nach Seir gereist ist, wird die Verheissung, dass zusammenkommen Jakobs/Israels mit Esaus Nachkommen, erst mit dem Kommen des Messias erfüllt werden.

 

Jakob hat Werte, die nicht ökonomisch sind, und er scheint Zeit in Dinge zu investieren, die seine Entwicklung behindern, aber tatsächlich - sind sie die Hauptsache für ihn.

Eine strenge Haltung gegenüber dem Privateigentum ist bereits in dieser wöchigen Parasha "Vishalach" begründet.

Nachdem die ganze Familie unseres Vaters Jakob den Jordan überquert hat, kehrt er zurück. Warum?
Die Weisen erzählen uns, dass er "kleine Krüge", Werkzeuge und kleine Gegenstände vergessen hat.

Kommentatoren aller Zeiten beschäftigen sich mit diesem Thema: Im Leben geht es nicht nur um die grossen Dinge oder die hohen Prinzipien, sondern auch um die kleinen Dinge. Der Eintritt in das Land Israel wird verzögert, weil einige Dinge vergessen wurden.

Rabbi Shlomo Wolba (1914-2005) sagte seinen Schülern, dass Jakob uns lehrt, wie wir mit unserem Eigentum umgehen sollen: Ein Mensch darf weder seine Finanzen, noch seinen Schal oder seine Handschuhe oder seine Feder unterschätzen ("kleine" Dinge, die wir gerne vergessen und verlieren).

Im Angesicht dieser Wahrnehmung kommt in unserer Parasha der Satz wo Esau Jakob vorschlägt, sich ihm anzuschliessen, und Jakob antwortet ihm: gehe vor, ich möchte noch langsam meine Tätigkeiten vorbereiten, und komme später in meiner Tempo zu dir.
 33: 14 „Mein Herr ziehe vor seinem Knechte her. Ich will gemächlich hintennach treiben, (leregel-haMlacha ahser lefanaj-(das wurde nicht übersetzt), wie das Vieh und die Kinder gehen können, bis ich komme zu meinem Herrn nach Seïr“

Was wörtlich bedeutet: leregel-haMlacha ahser lefanaj - Melacha/Arbeit die noch vor mit stehet.

In der Bibel wird das Wort Melacha-als geistiges Werk, welche die Materie nach oben bringt. Und im Gegensatz wird Avoda- als Arbeit in der Materien Welt bestimmt.

Jakob meint: „Es ist okay, Esau, vorauslaufen zu lassen. Ich mache auch Fortschritte, aber ich habe ein anderes Tempo. Ich renne langsam. Warum? Wegen der Arbeit/Werke (der Thora-Arbeit/Studium, der Mizwot und der Feiertage) und anlässlich der Kinder (Familiengründung und Kindererziehung). Ich habe Werte, die weder wirtschaftlich noch lohnenswert sind. Es sieht aus, dass ich Zeit mit Dingen verbringe, die meine Lebensentwicklung behindern, aber eigentlich sind sie die eigentliche Hauptarbeit für mich.

Seit Tausenden von Jahren beobachtet der Jude, Esau oder andere vielversprechende Ideologien, hat es aber nicht eilig, sich davon beeinflussen zu lassen. Er verhält sich anders und sieht auf seiner Strecke viele trendige Weltbilder, während er langsam aber sicher, sich nach der Tora Werte leitet/weitergeht.

Die Brüder trennen sich, Esau verlässt die Stadt und Jakob stellt sein Lager in „Sukkot“ und dann Kauft er ein Stück Land in der Nähe „Sechem“ und setzt sich dort nieder, wo er einen Altar für den Schöpfer aufbaut.

 

 

Die Vergewaltigung Dina die Tochter Jakobs mit Leah und die Rache ihrer Brüder

Dina - Jakobs Tochter macht einen kurzen Spaziergang in der neuen Nachbarschaft wo sie sich niedergelassen haben. Sichem Son von Hamors der König von Sichem sieht sie, sie gefällt ihm und er vergewaltigt sie. Auf eine solche Tat wird mit der Todesstrafe geahndet, aber er will sie und möchte sie heiraten. Jakob, der von den Ereignissen erfährt erwartet seine Söhne - die auf dem Feld mit die Herde sind - und als sie nach Hause zurückkehren, berät er mit ihnen was sie tun sollen.

Hamors der König von Sichem kommt zu Jakob um Dinah eine Heirat vorzuschlagen. Er sagt Jakob:
„Das Herz meines Sohnes Sichem sehnt sich nach eurer Tochter; gebt sie ihm doch zur Frau. 9 Verschwägert euch mit uns; gebt uns eure Töchter und nehmt ihr unsere Töchter 10 und wohnt bei uns. Das Land soll euch offen sein; bleibt und treibt Handel und werdet ansässig.“ 

Die Brüder erklären ihm, dass sie den Heiratsantrag nur annehmen können, wenn sich Hamor, und alle seine Stadtmitglieder beschneiden lassen:

 "Da antworteten Jakobs Söhne dem Sichem und seinem Vater Hamor: Wir können das nicht tun, dass wir unsere Schwester einem unbeschnittenen Mann geben; denn das wäre uns eine Schande."

Hamor und sein Sohn Sichem leisten wunderbare Öffentlichkeitsarbeit und überzeugen alle Stadtbewohner, sich zu beschnitten. Am dritten Tag nach der Beschneidung (dem schwersten Tag), töten Shimon und Levi mit dem Schwert alle Männer der Stadt, und ihre Schwester Dinah entführen sie vom Haus Sichem zurück in ihr Lager. Sie erklären ihrem Vater, dass wie Sichem Respektlos mit ihrer Schwester umgegangen ist, konnten sie es nicht ruhen lassen. „Durfte er denn an unserer Schwester wie an einer Hure handeln?“

G'tt wird Jakob offenbart und ihm geboten, zum BET-ELQ/Haus Gottes zu gehen und ihm einen Altar zu bauen. Jakob befiehlt seiner Familie, all ihren Götzendienst zu beseitigen, und er begrub sie unter dem Baum. Sie reisen, und die Angst vor G'tt ist auf alle um sie herum gefallen, und niemand hat es gewagt, sie anzugreifen.

 

Gott segnet Jakob in Bethel und gibt ihn erneut den Namen Israel

Deborah, Rebeccas Amme starb und wurde unter der Eiche begraben unterhalb von Bethel, welche die Klageeiche genannt wurde.

Zusätzlich zu dem Segen vom Engel wird G'tt Jakob offenbart und sagt ihm, dass sein Name von nun an Israel heissen wird. Er versichert ihm, dass er sich vermehren wird und dass die Verheissung für Abraham und Isak gesamt das Land weiter an seinen Söhnen gegeben wird.

 

Benjamins Geburt und Rahels Tod

Unterwegs, in der Nähe der Stadt Efrat, wird Rachel mit grossen Schwierigkeiten ihr zweites Kind zur Welt bringen. Kurz vor der Geburt teilt sie ihrer Hebamme mit, dass sie einen Sohn haben wird - aber Rachel war zu schwach und kurz nach der Geburt verstorben. Sie nannte ihn "Ben Oni" - einen Sohn der Trauer, aber Jacob nannte ihn Binjamin.

„So starb Rahel und wurde begraben an dem Wege nach Efrata, das nun Bethlehem heißt. 20 Und Jakob richtete einen Stein auf über ihrem Grab; das ist das Grabmal Rahels bis zu diesem Tag“

 

Jakobs Söhne

„23 Die Söhne Leas waren diese: Ruben, der erstgeborene Sohn Jakobs, Simeon, Levi, Juda, Issachar und Sebulon. 24 Die Söhne Rahels waren: Josef und Benjamin. 25 Die Söhne Bilhas, Rahels Magd: Dan und Naftali. 26 Die Söhne Silpas, Leas Magd: Gad und Asser. Das sind die Söhne Jakobs, die ihm geboren sind in Paddan-Aram.“

 

Jakobs Heimkehr und Isaaks Tod

27 Und Jakob kam zu seinem Vater Isaak nach Mamre, nach Kirjat-Arba, das ist Hebron, wo Abraham und Isaak als Fremdlinge gelebt hatten. Er starb alt und lebenssatt. Und seine Söhne Esau und Jakob begruben ihn."

Isaac starb im Alter von 180 Jahren und wurde versammelt zu seinen Eltern/Vätern. Jakob und seine Söhne, und Esau begruben ihn in der Höhle neben seinem Vater Abraham und seiner Mutter Sarah.

 

Am Ende der Parahsa beschreibt die Tora die Nachkommen Esaus und die Könige die in Edom regiert haben.

 

 

Sabbat shalom umvorach!
Gesegnet seist DU. Licht und Zuversicht mögen Dich begleiten, sodass Du das Glück teilen möchtest um gemeinsam die grosse Flamme zu entzünden, die die grosse Dunkelheit über uns vertreibt AMEN!

 

 

 

 

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