Darf sich ein Nicht-Jude dem Tora-Studium widmen?

Darf sich ein Nicht-Jude dem Tora-Studium widmen?

Darf sich ein Nicht-Jude dem Tora-Studium widmen?

 

Frage: Birgit Schreiner

Tamar, Bernd hat auf Facebook gepostet, dass wenn ein Nichtjude sich mit der Thora beschäftigt verdient er den Tod. Darf sich ein Nicht-Jude dem Tora-Studium widmen oder nicht?

 

Antwort: Tamar/a Güller
Korrekturlesen:   Roland Thraener

 

Moses Maimonides – Rambam, ist die Quelle für alle Jüdische Rabbiner, die sich mit den Gesetzen der Noachiden beschäftigen. Er hat in „Hilchot Melachim“ Kapitel 10 Verse: 11, 12 und 13 geschrieben:

11 [9] Ein Nichtjude, der sich mit der Thora befasst, verdient den Tod. Er soll sich nur mit den sieben Geboten Noah beschäftigen.
Ebenso wenn ein Nichtjude, den Shabbat feiert, wie er es für richtig hält, selbst wenn er an einem Werktag den Shabbat feiert, verdient er den Tod;
unnötig zu sagen, wenn er beschliesst, einen neuen Feiertag nach seiner Vorstellung zu feiern. (Gemeint ist nicht nach Moses Thora)

12: Im Allgemeinen dürfen sie die Religion nicht erneuern und sich Mizwot-/ Gebote aus ihrem Wissen heraushalten, sondern sie müssen rechtschaffend sein und alle Gebote der Thora einhalten und nichts hinzufügen oder entfernen. Und wenn er sich mit der Thora oder dem Shabbat beschäftigt, oder etwas daran ändert, muss man ihn darauf aufmerksam machen und wissen lassen, dass man auf solch ein Vergehen, eine Todesstrafe von Oben bekommt, wird aber darauf nicht getötet.

[13] Der Sohn Noahs, der eine Mizwa-/ Gebote vom Rest der Mizwot-/ Geboten der Thora durchführen möchte, um für sich Belohnung zu erhalten, wird nicht daran gehindert es richtig zu machen. Und wenn er ein Brandopfer bringt, kann man es annehmen. Bringt er Gabe, Zdaka, Spende, nimmt man es von ihm für die Armen vom Volk Israel. Da er vom Volk Israel genährt wird, ist es uns Juden eine Pflicht es anzunehmen, um ihn wiederzubeleben.

Aber von einem Goi, einem Nichtjuden der eine Wohltätigkeit gegeben hat – kann man es auch annehmen, darf man es jedoch nur als Spende an arme nicht Juden weitergeben.
Ende Zitat.

 

Wenn wir Vers 11 und 12 lesen, sagt der Rambam, dass sich ein Nichtjude dem Tora Studium nicht widmen und auch nicht einhalten darf, von der Tora Moses weder etwas ändern, weglassen oder hinzufügen. Sie sollen sich nur mit den sieben Noachiden Geboten beschäftigen, oder ins Judentum übertreten.

Und in Vers 13 liest man, dass es sogar einen Widerspruch zu den ersten zwei gibt, im Gegenteil nicht nur, das man ihn nicht aufhalten soll, man muss ihn sogar auf seinem Weg helfen und unterstützen.

Um den Widerspruch zu verstehen, müssen wir zuerst die genaue Definition von zwei verschiedenen Begriffen verstehen. Dazu die politische Situation und die des Glaubens, welche damals alles geändert hat.

Es gibt einen Unterschied zwischen einem, der die 7 Gebote Noahs auf sich nimmt – sogenannt auch als Chassid/ Rechtschaffener, oder in Psalm als Gottesfürchtigen.

Ein Nichtjude ist ein Mensch, der die Thora lernen möchte, aber die 7 Gebote Noahs nach Moses nicht für sich angenommen hat. Er lebt nach seinem Verständnis was er meint was richtig sei. Mose brachte die volle Thora dem Volk Israel und allen Nationen der Welt.

Um die Begriffe ("Ein Nicht Jude" und "der Sohn Noahs") zu verstehen, möchte ich mit den historischen Geschehnissen beginnen, die diese Unterschiede hervorgebracht haben. Um dies zu verstehen, muss man zuerst verstehen was damals geschehen ist:

 

Vor der Gründung des Christentums gab es in Israel viele Gottesfürchtige, die am Shabbat die Predigten der Rabbiner anhörten. Damals gab es in jeder Synagoge eine besondere Abteilung für Frauen und auch eine besondere Abteilung für die Gottesfürchtigen und Noachiden. Dies führte zu einer enormen Ausdehnung des Judentums im gesamten römischen Reich.

Infolge haben viele Leute zum Judentum konvertiert, die meisten Konvertiten waren Frauen. Die Männer hatten Angst vor der Beschneidung wegen des hellenistischen Einflusses, denen es verboten war, den menschlichen Körper zu verletzen.

Paulus, der Gründer des Christentums, kam zu ihnen und predigte: Wir haben einen einfacheren Glauben als das Judentum. Eine, ohne den Shabbat zu halten, ohne Beschneidung und ohne dem Verbot Schweinefleisch zu sich zu nehmen, man darf und kann alles essen.

Die nicht Juden nahmen es als sehr wertvoll an.

Paulus hielt die Mizwot, das Gebot für eine schlechte Sache. Je mehr Gebote es gibt, desto mehr verstösst man. Er behauptete die Mizwot, die Gebote sind nur eine Falle, dies kann nur zum begehen einer Straftat führen, dass infolge Gott, an ihnen keinen Gefallen mehr findet. Deshalb sagte er: Eine Erlösung /Auflösung der Mizwot und der Gebote als Pflicht, dient eher dazu, dass man keine Straftaten mehr begeht und deshalb von jetzt an alles erlaubt sei.

Hierdurch begann die Gemeinde ein Leben in Sünde zu führen. Und auf Paulus Bitte, sie sollen aufhören zu Sündigen, antworteten sie: Du sagtest uns doch, dass die Tora aufgelöst wurde und es sei alles erlaubt.
Er antwortete ihnen, alles sei erlaubt - aber nicht alles sei würdig. Wir müssen die Moral und die gerechten Gebote weiterhin als gesunden menschlichen Verstand beachten. Und was den Menschen mit Gott verbindet, seien keine Gebote mehr, sondern der Glaube.

Die Christen wollten sich nicht beschränken. Das Christentum glaubt nicht an eine Tshuva / Buße / Vergebung, als eine effiziente Tat.

Und was ist, wenn die Juden eine Sünde begehen?
Die Juden haben ein Heilmittel - die sogenannte Tshuva / Buße / Vergebung nach dem Gebot als effiziente Lehre weiter gelernt und ausgeübt werden muss.

Dies ist der wesentliche Unterschied zwischen einem Noachiden, der die Sieben Gebote aus der Tora für sich angenommen hat, die die Gebote lehrt und sein bestes gibt sie einzuhalten, gegenüber einem Nichtjuden, der nur nach seinem Gedanken und gutem Willen handelt.

Deshalb die unterschiedlichen Erklärungen. Ein nicht Jude soll sich zuerst mit den 7 Geboten beschäftigen, danach leben bevor er sich mehr zumuten möchte. Man soll zuerst die Grundlage schaffen bevor man sich als Meister belehren möchte. Während einer, der schon Ben-Noah / Noachide ist, sich weiter in die Schriften Gebote des Judentums vertiefen kann und dies sogar erwünscht ist.

LINK: Kabbala für Nicht-Juden/Rabbi Dubov

 

הרמב"ם-הלכות מלכים ומלחמה פרק י'
 

יא  [ט] גוי שעסק בתורה, חייב מיתה; לא יעסוק אלא בשבע מצוות שלהן בלבד.  וכן גוי ששבת--אפילו ביום מימות החול--אם עשה אותו לעצמו כמו שבת, חייב מיתה; ואין צריך לומר אם עשה מועד לעצמו.

יב  כללו של דבר:  אין מניחין אותן לחדש דת, ולעשות מצוות לעצמן מדעתן, אלא או יהיה גר צדק ויקבל כל המצוות, או יעמוד בתורתו ולא יוסיף ולא יגרע.  ואם עסק בתורה, או שבת, או חידש דבר--מכין אותו ועונשין אותו, ומודיעין אותו שהוא חייב מיתה על זה; אבל אינו נהרג.

 

יג  [י] בן נוח שרצה לעשות מצוה משאר מצוות התורה, כדי לקבל שכר--אין מונעין אותו לעשות אותה כהלכתה.  ואם הביא עולה, מקבלין ממנו.  נתן צדקה, מקבלין ממנו; וייראה לי שנותנין אותה לעניי ישראל, הואיל והוא ניזון מישראל, ומצוה עליהם להחיותו.  אבל הגוי שנתן צדקה--מקבלין ממנו, ונותנין אותה לעניי גויים.

 

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