Was ist die Kabbala?

Was ist die Kabbala?

Was ist die Kabbala?

Der Begriff "Kabbala" bedeutet erhalten und „das Überlieferte“, für viele bekannt als die verborgene und verschlossene Lehre, welche nur für wenige Vertraute bestimmt ist. Die Lehre der Kabbala ist eine rätselhafte Welt, Geheimnisvoll und voller Magie.

 

Kabbala ist eine mystische und zum Großteil Verborgene Lehre, eine Tradition des Judentums und bedeutet sowohl bestimmte („kabbalistische“) überlieferte theoretische Lehren, als auch hierfür bedeutende Schriften. Diese Lehre hat tiefe Wurzeln im jüdischen Denken, die im mündlichen bis zu Abraham zurückverfolgt werden kann. Die meisten ihrer Formulierungen und Veröffentlichungen stammen jedoch aus dem späten 12. und frühen 13. Jahrhundert aus der Provence (Südfrankreich), Nordspanien und den östlichen Ländern. Die Kabbala hatte und hat auch heute noch einen großen Einfluss auf das jüdisch - spirituelle Leben und basiert auf verschiedenen Geistigen Bewegungen, wie z. B. Shabtaismus und Chassidismus. Die Kabbala beeinflusste auch viele Bereiche des Judentums, darunter die Halachah = jüdische Gesetze und Brauchtum, biblische Interpretation, Gebet und liturgische Literatur, moralische Literatur und mehr.

 

Die Kabbala-Lehre ist in drei Hauptfachteile unterteilt

  • Die theoretische Kabbala,
  • prophetische /messianische Kabbala
  • praktische Kabbala

 

  1. Die theoretische Kabbala
    ist die Suche des Menschen nach der Erfahrung einer unmittelbaren Beziehung zu Gott, der Verbindung des Schöpfers zum Menschen, um weiter in einem spirituellen Aspekt Gott näher zu kommen.
    Laut dem Rabbiner ha-Ari spielt der Mensch eine wichtige Rolle im kosmischen Plan Gottes, in seinen Handlungen und in seinen Absichten hilft er der Welt sich zu verbessern und zu ihrem Vollkommenen Zustand zurück zu kehren.

     
  1. Die prophetische / Messianische Kabbala wird Abraham Ben Samuel Abulafia zugeschrieben (Geborn-1240 in SaragossaAragón; Gestorben - 1291/92 in Barcelona), einem der berühmtesten Kabbalisten des Mittelalters, dem Begründer der Messianische Kabbala, der jedoch umstritten ist.
     
  2. Die praktische Kabbala beschäftigt sich vor allem mit dem Namen Gottes und der Reihenfolge der Buchstaben um Wunder hervorzurufen wie: Kranke zu heilen, Dämonen zu vertreiben und so weiter. Daher der Name "Baal Shem", das bedeutet jemand, der weiß, wie man in Gottes Namen, aus der Geistigen Welt diese in Materie zu verwandeln. Viele Kabbalisten waren gegen die praktische Kabbala. Ein Beispiel: Jesus benutze es, um übers Wasser zu laufen, sowie Essen für seiner Anhänger zu erschaffen.

 

Die Spuren der Kabbala von ihren Anfängen bis heute

Die Bedeutung des Namens "Kabbala"- Erhalten und Akzeptanz erklärt sich folgendermaßen: Das umfangreiche Wissen, die Lehre, welche von Generation zu Generation durch Abraham weitergegeben wurde. Dieses Wissen war schon immer ein Bestandteil des Judentums, die ihre Geheimnisse nur an wenige Weise Rabbiner weitergaben und diese an die nächste Generation überliefert haben.

 

Die Kabbala beschäftigt sich mit der gesamten mündlichen Überlieferung, mit dem Schwerpunkt des Verständnisses der Schöpfung, der Welt und der Art und Weise, wie der Schöpfer, der unendlich ist, mit dem Menschen, der eine begrenzte Auffassung hat, verbunden ist, verbunden wird.

Nach der Meinung der Kabbalisten, wenn die Kabbala selbst als Instrument des intellektuellen Denkens wahrgenommen wird, sind diese Dinge für den menschlichen Intellekt unerreichbar. Es liegt in der Natur der Kabbala, der mystischen Lehre, dass es unmöglich ist, Dinge in klaren und mit direkten Worten zu vermitteln oder zu definieren und daher verwendet die Kabbala vor allem Symbole, Metaphern und Gleichnisse.
Genau wie man die Thora aus der Übersetzung nicht verstehen kann, wenn man die Symbole und Begriffe nicht zusätzlich erklärt bekommt, so kann man die Überlieferung der Thora ohne die Erklärungen und Begriffe der Kabbala auch nicht verstehen.  

 

Bereits in der Zeit der Tannaim -/ Tannaiten, das heißt der Weisen 100 Jahre vor unserer Zeitrechnung bis 160 Jahren danach, hatten sie Teile von esoterischen Themen in der Kabbala verboten, diese an die breite Masse des Volkes zu lehren. Man erzählt sich von vier, die sie sich mit Mystik beschäftigten, und nur einer, Rabbi Akiva Ben Yosef hat es geschafft, seine mystischen Erfahrungen in das normative Judentum zu integrieren.

Damals aus Sorgen, dass das mündliche Wissen verloren geht, hat man die Mishna niedergeschrieben. Aus den gleichen Gründen wurde auch das Wissen der Kabbala über den Schöpfer und die Schöpfung in Büchern verfasst. Diese Schriften waren nur für sehr wenige Gelehrte bestimmt, denen ein Zugang zu diesem Wissen ermöglicht wurde und auch dieses Wissen wurde nur an einen kleinen ausgewählten Gelehrtenkreis den nachfolgenden Generationen weitergegeben.
 

Umfangreiche Literatur, von denen einige zu einem sehr frühen Zeitpunkt verfasst wurden, beschreibt detailliert den Schöpfungsakt und das Gottes Wesen. Es wurde zum Beispiel aufgezeigt, das wichtige Teile des Buches, wie Gleichnisse und Allegorien, aus der Tannaim Zeit stammen. Wie auch die Schriften von Rabbi Shimon Bar Jochai - „Zohar“ und denen von Rabbi Akiva.

 

Im 11. Jahrhundert wurde die als Chasidei Ashkenaz bekannte Bewegung in Frankreich und Deutschland gegründet.
Sie förderten die theoretische und praktische Kabbala in ihrem wichtigen Buch "Sefer Chassidim" die chassidische Sitten und „Chazara bitshuva“ aus der Grundlage der Kabbala.

 

Im 13. Jahrhundert wurde in Spanien ein wichtiges Zentrum für das Studium der Kabbala errichtet.
Dieses basierte auf dem Buch „Zohar“ von Rabi Shimon Bar Yochai, im Jahr 100 nach unserer Zeitrechnung. Dies war ein Wendepunkt in der Geschichte der Kabbala. Von diesem Zeitpunkt an, wurde diese genannte Schrift zum zentralen Text der Kabbala, und der Schwerpunkt der Beschäftigung in diesem Bereich liegt auf der Interpretation des „Zohar“ und seinen daraus hervorgehenden Schlussfolgerungen.

 

Mit der Vertreibung der Juden aus Spanien (1492) wurde das Zentrum der Kabbala nach Zfat, (Tzefat, Safed) in Nord Israel verlegt, das bald zur "Stadt der Kabbalisten" wurde. Andere Zentren waren in Nordafrika, Italien und Frankreich.


Zfat / Safed war auch das Zentrum der Halacha, dem jüdischen Gesetz, und es gab halachische Schriften, wie die von Yosef Karo (1500), welche sich auch mit der Kabbala befasste. Bis zur Ankunft von Yitzchak ben Shlomo Luria in Zfat/Safed (1570) war Moshe Cordovero aus Spanien, die oberste Autorität bei der Interpretation der Kabbala.

Isaak, der Sohn von Shlomo Luria (genannt der Ari), verbrachte nur zwei oder drei Jahre in Zfat / Safed, aber in kurzer Zeit revolutionierte er die Lehre der Kabbala, seine Lehr Methode wurde zum zentralen Mittelpunkt im Studium der Kabbala und allmählich wurde er zu einem wesentlichen Bestandteil des jüdischen Denkens.

 

Die Nachfolger der Bewegung von Sabbatai Zvi* fanden in dem Teil der Messianischen Kabbala eine Quelle der Unterstützung ihres Glaubens. Dies war einer der Gründe für den Widerstand vieler Rabbiner gegen die Kabbala, inklusiv gegen die Kabbala der chassidischen Bewegung.

 

Am Anfang des 18. Jahrhundert (1730) schreibt haRamchal, Rabbiner Moshe Chajim Luzato mehrere Bücher, die als Wegweiser anerkannt sind, wie: „Derech haShem“ - Gottes Wege, und „Mesilat Jesharim“ - Wege der Gerechten, die er auf Grund seines Wissens aus dem Buch „Zohar“, geschrieben hat.

 

Der Moderne Rabbi Yehuda HaLevi Leb-Ashlag (1885 - 1955), der aus Polen stammte, reiste im Jahre 1920 nach Israel. Ashlags Buch "Baal-Sulam“ schreibt eine Erklärung über das Buch Zohar, es gilt als eine der wichtigsten Interpretationen der Kabbala.

 

Im 19. Jahrhundert verspotteten die Aufklärer die Kabbala und die Chassidismus Bewegung und betrachteten sie als Hindernis für den Fortschritt des jüdischen Volkes. Die Aufklärer hatten keinen Einfluss im Nahen Osten und die „Kabbala“ Lehre hat das jüdische Leben in dieser Gegen weiterhin stark beeinflusst.

 

In den letzten Jahren haben viele ein neues Interesse an der Kabbala entdeckt und finden Wege, sie mit anderen mystischen Strömungen des „New Age / Neuem Zeitalter“ zu verbinden.

 

Heute kann man die Kabbala in Zentren auf der ganzen Welt lernen. Darunter nehmen auch nicht jüdischen Studenten am Unterricht teil.

Ich persönlich habe durch Chabbad sehr viel hinzugelernt. Sie besitzen seit mehreren, hunderten Jahren, hervorragende Kenntnisse. Ihr Rabbiner Schneerson hat zu seinen Lebzeiten die ganze Lehre für die täglichen Bedürfnisse zusammengefasst. Damit hat er für viele ein Fenster geöffnet, das sich diese wunderbare Lehre viele Menschen aneignen können, um ihr Leben zu verbessern und somit Gott näher zu kommen.  

 

 

Was meine ich persönlich über die Frage, ob Noachiden die Kabbala lernen dürfen?

Ich glaube, die an diesem Thema interessierten sollten sich zuerst mit der einfachen Lehre befassen, wie der Parashat Shavua - die auch auf die Überlieferung der Thora mit der Kabbala gestützt ist und seit Mose wöchentlich gelehrt wird.

Klar, ein jeder der HaShem näherkommen möchte und sich informieren will, kann es tun, die Frage welche Glaubenslinie, welchen Lehrer man auswählen soll und was man letztendlich davon verstehen wird, steht auf einem anderen Blatt Papier.

 

Niemand, auch jüdische Menschen können Kabbala alleine per Selbststudium lernen,
sondern nur mit einem Lehrer, der sich in der Kabbala tatsächlich sehr gut auskennt.

Allein nur über Lektüre, ohne Basis der Kenntnisse in hebräischer Sprache und ohne jüdische Denkweise mit all ihrer Symbolik und den dazugehörenden Begriffen, kommt man nicht weit. Im Gegenteil, Schüler im Selbststudium können darunter etwas völlig Falsches verstehen und komplett falsch interpretieren. Wie zum Beispiel das Buch „Hilchot Melachim“ von Rambam - dieser stützt sich auch bei seinen Entscheidungen auf das umfängliche Wissen der Kabbala. Versteht man anstatt: dass es für Ben Noach / Noachide möglich ist, Thora zu studieren, meint er, es ist für ihn Verboten, oder noch schlimmer „Gott behüte uns“ wie Shabtai Zwi, welcher die Lehre von Abraham Ben Samuel Abulafia studiert hat, und damit viele Leute als falscher Messias auf den falschen Weg gebracht hat.

 

 

* Shabtai Zvi war ein in Izmir geborener Jude, der als einer der berühmteste, falsche Messias, in der Geschichte des jüdischen Volkes gilt. Um ihn herum entwickelte sich die Shabatai-Bewegung, die mehrere Jahre fast die gesamte jüdische Welt umfasste und unter prominenten Gläubigen im 17. und 18. Jahrhundert stattfand. Seine kleinen Überreste Anhänger haben bis heute auf das politische Leben in Israel und in der jüdischen Welt einen Einfluss.

In den Jahrhunderten, seit das jüdische Volk aus seinem Land verbannt wurde, tauchte in den jüdischen Gemeinden von Zeit zu Zeit ein Messias auf, der die Israeliten / jüdische Leute tröstete und die bevorstehende Erlösung des jüdischen Volkes ankündigte. Alle offenbarten Messias und die gegebenen Prophezeiungen befanden sich jedoch außerhalb der Grenzen des Landes Israel. Im Jahr 1660 erschien zum ersten Mal seit dem Exil der Nation ein Prophet (Shabtai Zvi) in Gaza, innerhalb der Grenzen des Landes Israel, und verkündete das Erscheinen des Messias. Die Nachrichten verbreiteten sich in der gesamten jüdischen Welt und erregten das jüdische Volk der Hoffnung, das Exil zu beenden und die jüdischen Gemeinden in ihrem Land zu sammeln.

Das 16. und 17. Jahrhundert war für das Jüdische Volk eine besonders schwierige Zeit. Nach der Vertreibung der Juden von Spanien im Jahre 1492 wurden Tausende gezwungen, zum Christentum zu konvertieren und bekehrt, und Zehntausende wanderten auf den Straßen, auf der Suche nach einem Ort, um ein neues Leben aufzubauen. Im 17. Jahrhundert wurden bei den Unruhen von 1648 und 1649 in Polen (1648) Tausende von Juden ermordet und hunderte von Gemeinden wurden zerstört.

Shabtai Zwi, der die Kabbala als ein junger Mann gelernt hat, reiste um die Welt und versammelte viele Anhänger und Gläubige als Erlöser an sich. Zu dieser Zeit änderte er die Vorschriften, hob die religiösen Bräuche auf und ernannte seine Brüder und Bekannten zu "Königen".

Im Jahr 1666 wurde Shabtai Zvi von den Osmanen festgenommen, er hatte die Wahl, zwischen dem Islam und dem Sterben auszuwählen. Er entschied sich dafür, zum Islam zu konvertieren, und erhielt dann den Namen Aziz Muhammad Effendi, woraufhin einige seiner Schüler zum Islam konvertierten. Das betäubte die jüdische Welt. Viele Anhänger von Shabtai Zvi waren Überlebende der Aufstände von 1848-1949, bei denen 100.000 Juden in Osteuropa niedergemetzelt wurden. Als er zum Islam konvertierte, erlebten viele Juden aus der Türkei und Italien nach Russland und Litauen eine große Krise. Nach dem Vorfall wurden in Osteuropa Einschränkungen für das Studium der Kabbala verhängt und der Name Shabtai Zvi wurde zu einem abfälligen Begriff. Shabtai starb am 1676 im Alter von fünfzig Jahren im Exil in Ulcin Montenegro, damals Teil des Osmanischen Reich.

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