Sünde und Vergebung - Fehler und Wiedergutmachung

Sünde und Vergebung - Fehler und Wiedergutmachung

Sünde und Vergebung - Fehler und Wiedergutmachung

Geschreiben:        Tamar/a Güller
Korrekturlesen:   Roland Thraener

Chet – Sünde

Das Wort Chet bedeutet in Hebräisch: Ziel – Verfehlung. Ein Sünder ist eine Person, die ihre eigenen Bestimmungsziele, wofür man auf die Welt gekommen ist, verfehlt hat.

Als Wegweiser, um die Selbstvollkommenheit zu erreichen, zu korrigieren und gutzumachen, gibt uns die Tora die Möglichkeit der Tshuva, Umkehr. Der Mensch hat jeder Zeit und in jeder Situation die Möglichkeit dies einzusehen und weiter an sich zu arbeiten, solange bis man sein Niveau zur Selbstvervollkommnung erreicht hat, die für Ihn ganz persönlich bestimmt, weshalb er auf die Welt gekommen ist.

Wie man den Weg erreicht, ist zwischen Judentum und Christentum verschieden und hat sehr viel mit dem unterschiedlichen Charakter und dem Werkzeug für die Selbstbestimmung, die jeder Religion inne ist.

 

Der Erziehungsweg

Der Mensch wird durch seine Erziehung und seiner Umgebung wo man heranwächst, am meisten beeinflusst. Erst danach nehmen die Gene sowie der Charakter, Seele, Odem ihren Einfluss.

Es gibt keine guten oder schlechten Charakter Eigenschaften, je nach Situation kann es positiv sein, oder fatale Folgen haben. Zum Beispiel töten: wenn jemand in einer Schule mit Gewehr oder Pistole umeinander schießt, Leute verletzt oder gar tötet, ist es ein klarer Fall für eine schlechte Handlung (eine Sünde), aber wenn jemand diese Person bei seiner Ausübung tötet, um ihn zu stoppen, um Leben zu retten, ist es eine positive Notwendigkeit.

Umso stärker das eigene Selbstbewusstsein ist, je positiver wird man als Mensch.
Je schwächer das Selbstbewusstsein eines Menschen, umso so mehr nehmen die negativen Eigenschaften zu.

In der Regel sind Leute, die mit starken Selbstbewusstsein handeln, eher positiv eingestellt. Deshalb soll bei der Erziehung und Stärkung des Selbstbewusstseins schon bei kleinen Kindern das wichtigste sein, in jeder Gesellschaft, die in einer besseren und sicheren Welt leben möchte.

Dies ist auch der Grund, weshalb das Erziehungswesen in der Tora eine Hauptrolle spielt.

 

Der Unterschied im Erziehungswesen zwischen Esau und Jakob
Die Eigenschaften von den Vater Esau und Jakobs, haben diese an all ihre Nachkommen weitervererbt.

 

Der Hauptcharakter Zug von Esau (ein Jäger) ist ein Herrscher Typ zu sein. Er hatte die totale Kontrolle in seinem Reich, er brachte seinen Kindern und seinen Untertanen die totale Disziplin bei. Nur was Er entschied war richtig. Es gibt keinerlei Erklärung noch Wiederrede, alle müssen ihm gehorchen. (Bei einem Führer, eine äußerst wichtige Eigenschaft, damit letztendlich alles reibungslos läuft.)

 

Yakob war Ish Ohalim, einer der sein Leben lang lernt und mit der Geistigen Welt verbunden war. Diese Eigenschaft hat er seinen Kindern beigebracht. Jakob erzieht seine Kinder, je nach der sich ergebenen Situation, um danach zu handeln. Er lehrte sie, dass es keine einzige Wahrheit und keinen einzigen Weg gibt, außer ein paar Grundregeln, für die es keine Verhandlungsmöglichkeiten gibt, wie z. B. an Gott zu glauben und nach seinen Geboten zu leben.

Jakob lehrte seinen Kindern, dass Fehler da sind, um das wir uns weiterentwickeln können. Wäre Adam immer noch im Gan Eden, hätte er keinerlei Herausforderungen im Leben gehabt und es hätte sich somit auch nicht die Möglichkeit ergeben, seine Persönlichkeit weiter zu entwickeln.

 

Unsere Gehirn ist so aufgebaut, dass Fehler, die wir machen, in unserem Gedächtnis für lange Zeit verankert bleiben, während Handlungen, die wir gut gemacht haben, eher in Vergessenheit geraten. Die Frage ist, was macht man mit diesen negativen Erinnerungen, wie kann man diese am besten verarbeiten, lassen wir uns runterziehen, oder versuchen es zu korrigieren, um hierdurch dafür Sorge zu tragen, dass wir aus unseren Fehlern lernen, um dadurch besser und erfolgreicher zu werden.

Wir lesen, als Dina geschändet wurde, haben die Brüder von Dina (die Kinder von Jakob und Lea) ihres Vaters Entscheidung nicht befolgt. Sie waren nicht mit ihrem Vater gleicher Meinung und handelten schlussendlich nach ihrer eigenen Überzeugung. Es waren auch jene, die für Josef gekämpft haben, obwohl die Mehrheit der Brüder ihn töten wollten.

 

Die christliche Erziehung
Die Kirche lehrte ihre Anhänger, dass es nur eine Wahrheit gibt. Der Mensch ist von Geburt schlecht, nur durch den Glauben an Jesus, können sie erlöst werden. Auf diese Weise hatten und haben sie die totale Kontrolle über die Gläubigen Menschen. Wir sehen bis heute, dass die Mehrheit der Christen dies als einzige Wahrheit annimmt. Sie lassen sich von ihren Geistigen Oberhäuptern in den Gemeinden anführen. Angehörigkeit für sie bedeutet, annehmen und zustimmen was die Mehrheit, oder die Geistlichkeit sagt. Deshalb stimmt auch für sie der Glaube: je mehr Gebote es gibt, umso mehr Verstöße, Sünden kann man begehen.

(Damals konnten nur Reiche und Privilegierte Leute lesen und schreiben und es war somit sehr gut für die Kirche, so konnten sie herrschen und ihren Weg ohne Widerspruch gehen.)

Historisch gesehen, seit ihrem Bestehen hat die Kirche jederlei Fortschritt und neue, abweichende Meinungen schon in Keime erstickt.

 

Die jüdische Erziehung
Nach der Tora, Neshama, Atem, der Seele die Kraft, welche uns geistlich bewegt, ist der Geist, den wir von Gott erhalten haben, in seiner Gesamtheit rein. Sie hat ein Gewissen und weiß was richtig, gut und schlecht ist. Nur die Menschen haben eine Neshama - Odem.

Nefesch[RT1]  / (Leib - ist ein Bestandteil des Nefesh) ist das Blut. Es sind die Gene, welche wir von unseren Eltern erhalten haben. Also mit anderen Worten gesagt, der Geist der unseren Körper, die Reflexe in Bewegung bringt (wie Herzschlag oder Atem). Der Nefesh ist wie ein kleines Kind, weiß nicht was es genau fühlt. Es hat Triebe. Gene und Reflexe die für die Artgenossen zum Überleben wichtig sind.

Neshama und Nefesh sind die Gegensätze, wie Himmel und Erde, welche nur, wenn sie beide zusammen auf einer Linie sind, können zusammen im Gleichgewicht harmonieren, was uns auf unserem Wege weiterbringt. (Mehr lesen „Begriffe der Thora: Ruach, Neshama, Nefesh“)

 

Deshalb war und ist es im Judentum sehr wichtig, die Kinder schon von Anbeginn an in Richtung eines starken Selbstbewusstseins zu erziehen, damit sie ihr Leben in einem ausgewogenen Gleichgewicht, auf dem besten Wege beschreiten können. Die Voraussetzung für solche Erziehung ist, dass alle Kinder Lesen und Schreiben lernen.
5. Moses 6/7 “und sollst sie deinen Kindern einschärfen und davon reden, wenn du in deinem Hause sitzest oder auf dem Wege gehst, wenn du dich niederlegst oder aufstehst“

 

Die Tora hat viele Gebote für alle Situationen unseres Lebens. Je nach Situation helfen die Gebote einem auf den richtigen Weg zu gehen. Kein Mensch kann alle Gebote in einem Leben erfüllen, oder in allen Situationen des Lebens alle benötigten Erfahrungen sammeln.

Jeder braucht nur die Gebote die für ihn momentan passend sind. Die Voraussetzung hierfür ist ebenfalls, dass jeder Lesen und Schreiben kann.

Zum Beispiel: beim Straßenverkehr gibt es viele Regeln, für Fußgänger, Radfahrer, Autofahrer, Lastwagenfahrer, Flugzeuge und so weiter. Jeder muss das lernen, Beachtung schenken und so handeln wie die augenblickliche Situation, in der er sich derzeit befindet. Wenn jeder nach seiner eigenen Meinung handeln würde, wäre auf den Straßen ein gewaltiges Chaos vorhanden.

So ist es auch in unserem Leben, jeder Mensch steht in einer anderen Position und muss den Geboten folgen, die für ihn geeignet sind. Nur auf diese Weise kommen wir auf einem sicheren Weg voran und können uns verbessern.

Glauben im Sinne der Schrift, bedeutet hart zu arbeiten, mit Treue und Vertrauen gegenüber den Anweisungen des Schöpfers zu handeln. So kann jeder Mensch wachsen und empor steigen zu dem grössten Kunstwerk seiner selbst.

 

Wie steht es in der Zukunft?

Laut den Propheten, bevor das Reich der neuen Himmel und Erde kommen, wird die große Masse der Menschheit bereits Lesen und Schreiben können. Zu dieser Zeit werden sich viele Menschen an jüdische Gläubige wenden, um Gottes Wege zu erlernen.

Und tatsächlich, seit einigen Jahrzehnten wenden sich immer mehr und mehr Leute an Israel und an die jüdischen Gemeinden auf der ganze Welt.

Nach jüdischer Quelle des Moses Maimonides – Rambam, in „Hilchot Melachim“ Kapitel 10 Verse: 11, 12 und 13, können die umfassenden Gebote Moses von Sinai, nur der jenige   lernen, der die Grundkenntnisse der 7 Gebote von Noah auf sich genommen hat.

Ein nicht Jude soll sich zuerst mit den 7 Geboten von Noah beschäftigen, danach leben, bevor er sich ein größeres Wissen aneignen möchte. Man soll zuerst eine Grundlage für seinen Glauben schaffen, bevor man sich ein tiefergehendes Wissen aneignen möchte. Während einer, der schon Ben-Noah / Noachide ist, sich weiter in die Schriften vertieft, um den Geboten des Judentums näher zu kommen, dies ist sogar sehr wünschenswert.

 

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Das Licht in unserer Herzen
Eine Zitat von Rabbiner Kook, dass alle Menschen auf der Welt verbindet, egal welcher Religion und Erziehung man angehört.


 

Rabbi Avraham Yitzchak HaCohen Kook
(Geboren im Jahre 1865 gestorben 1935. Er war einer der Gründer des religiösen Zionismus und diente als erster aschkenasischer Oberrabbiner im Land Israel.)

 

„Jeder Mensch muss wissen und verstehen, dass in ihm eine Licht, Kerze brennt.
Jeder hat ein einzigartiges Licht ihn sich, das keinem anderen gleicht. Jeder muss verstehen und wissen, dass er seinem Licht mit Fleiß gegen außen offenbaren soll. Es als großes Leuchtfeuer nach außen zu tragen, um damit die ganze Welt zu erleuchten.“

הרב קוק:

צריך שכל איש ידע ויבין שבתוך תוכו דולק נר. ואין נרו שלו כנר חברו. ואין איש שאין לו נר. וצריך שכל איש שידע ויבין שעליו לעמול ולגלות את האור ברבים, ולהדליקו לאבוקה גדולה ולהאיר את העולם כולו.

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